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Kraftwerk Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden        Zum Anfang der Seite springen

gestern abend war es soweit. die altherren des elektropop gaben sich die ehre. um 19 uhr trafen wir uns also dann in der jahrhunderthalle zu frankfurt (das ding hat zwar den charme eines bürgerhauses, aber die akkustik is zum glück nicht die schlechteste die frankfurt zu bieten hat). beginn sollte laut ticket 19:30 sein, tatsächlich ging es erst um 20:30 los (was natürlich völlig gegen meine planung über den restlichen verlauf des abends sprach). der vorhang ging auf und da standen sie also. 3 deutlich angegraute herren (plus ein kahlköpfiger ersatzmann für karl bartos) in schwarzen anzügen und roten hemden. steif bis ins letzte, keine miene verziehend, kein "hallo frankfurt" (welches sowieso unzutreffend gewesen wäre! autokennzeichen auf dem parkplatz hätten ein "hallo deutschland" verlangt) nichts dergleichen.

den auftakt machte die legendäre menschmaschine. es folgte tour der france 2003 und dann ging es schlag auf schlag weiter. einmal quer durch die gut 30 jährige existenz einer der einflußreichsten bands, die jemals existiert hat. sehr zu meiner freude wurde die (unsägliche) letzte platte fast vollständig außer acht gelassen und die herren haben sich darauf besonnen woher ihr status kommt. der kommt von klassikern wie autobahn, radioaktivität, computerliebe u.s.w. und das publikum dankte es ihnen.
nach etwa 1,5 stunden fiel der vorhang. einen raunen machte sich breit, fehlten doch noch einige der klassiker. doch nach kurzer zeit erklangen wieder töne. kurze denkpause..."moment, das ist doch..." und im moment des erkennens hebt sich der vorhang und die meute johlt. ja! da war es! das wohl legendärste utensil eines kraftwerk konzerts schlechthin: die roboter. nach roboter kamen die herrschaften wieder selbst. man hatte die zeit genutzt ein weiteres klassisches utensil anzuziehen: die neongelb leuchtenden matrix anzüge. nach etwa stunden erklang als deutliches zeichen: hier kommt unser letztes stück noch "music non stop" und, man mag es kaum glauben, es fielen doch noch worte von der bühne. man lies sich als einziger kommentar des abends zu einem "kommt gut heim" herab und verschwand von der bühne.

insgesamt bleibt zu sagen: bewegung auf der bühne selbst liegt nahe null. soetwas wie "show" bieten am ehesten die roboter. den ausgleich schaffen allerdings wunderbare videoinstallationen (die z.b. im fall der menschmaschine noch sehr an die alten C64 zeiten erinnern) und die tatsache, daß die jungs ihren kram nicht stur runterspielen, wie sie ihn vor jahrzehnten mal im studio auf platte gebannt haben. sie sind tatsächlich in der lage ihre stücke so zu spielen, daß man merkt, daß es live ist und kein tape von vor 20 jahren. und wieder durfte ich feststellen: das publikum bei einem kraftwerkkonzert ist ein sehr eigenwilliges. ich glaube, kaum eine andere band schafft es so viele unterschiedliche menschen zusammen spaß haben zu lassen.

nach 2 stunden 15 minuten kraftwerk kann ich eigentlich nur noch eines sagen: die 35 euro waren gut angelegt.

cya
data

p.s. ich könnte meinem kollegen in den a*** treten, der mich daran erinnert hat, daß beim konzert 1997 am eingang alle kameras eingesackt wurden. deshalb hab ich sie zuhause gelassen...grummel

__________________
"Ich denke, es ist eine der größten Ungerechtigkeiten der Welt, daß die Ramones tot sind und die Rolling Stones immer noch leben. Es gibt keine Gerechtigkeit!"
Rob Wright - Nomeansno

08.04.2004 11:01 data-morgana ist offline E-Mail an data-morgana senden Beiträge von data-morgana suchen Nehmen Sie data-morgana in Ihre Freundesliste auf Fügen Sie data-morgana in Ihre Kontaktliste ein
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