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Scharlatan Scharlatan ist männlich
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Die Höhle ist drei mal vier Meter klein, bestückt mit Kerzen, Kiefernmöbeln und Efeuranken. An der Wand blitzt ein Schwert, und auf dem Schreibtisch, neben dem Flachbildschirm von Aldi, stehen drei langstielige Holzpfeifen. Norina raucht nicht, aber die Hobbits mögen Tabak. "Ich kann nicht sagen, dass mir Frodo viel bedeutet. Ich sage immer, ich bin Frodo." Seit drei Jahren lebt die 17-jährige Gymnasiastin aus Ellerau bei Hamburg mit den Figuren aus Tolkiens fantastischer Welt. Die dunkelbraunen Haare hat sie auf Kinnlänge gestutzt, dank neuer Dauerwelle fallen sie in kleinen Locken ums Gesicht. Nun sieht sie auch im Alltag ein wenig aus wie Frodo.

Um ihren Hals baumelt der Ring; den hat sie immer dabei, wenn sie das Haus verlässt. Eigentlich sei sie schüchtern, sagt Norina, aber als Frodo fühle sie irgendwie stärker. "Menschen, die sich so tief in diese Welt hineinversetzen können, sind etwas Besonderes, sie sind künstlerisch und haben Eigenschaften, die sie miteinander verbinden", sagt Norina. Im November war sie auf der "Ring-Con" in Bonn, dem größten europäischen Herr-der-Ringe-Treffen - mehr als 3000 Fans feierten. Norinas blaue Augen leuchten: "Das war der Hammer, aber eigentlich muss es doch noch etwas viel Größeres geben."

Größer? Kein Problem. Denn Tolkiens Mittelerde ist keineswegs das einzige Szenario, in dem sich Freunde des Fantastischen tummeln. Die Freude am Magischen, am Verzauberten, an etwas ganz und gar Anderem treibt vielfältige Blüten: Der Fantasy-Buchmarkt boomt, der Heyne Verlag hat 250 Titel im Angebot und erreicht mit ihnen jedes Jahr eine Millionenauflage. Und Zehntausende wollen es beim Lesen nicht lassen: Junge Männer kaufen blondes Kunsthaar im Beautyshop, um als echter Elbe zu beeindrucken, Tausende laufen als Rollenspieler angetan mit Kettenhemden oder Zauberumhängen durch deutsche Wälder. Oder, bequemer: Sie loggen sich ein in virtuelle "Universen", die größer sind, als sie je ein Mensch gesehen hat.

"Das ist eindeutig eine Flucht aus der Wirklichkeit. Uns fehlen echte Abenteuer, wir sind genetisch nicht mehr ausgelastet. Aber in der Fantasy-Welt kann jeder Drachen besiegen und Orks köpfen", sagt Gimli, ein ziemlich großer Zwerg mit braunem Zopf. Seit drei Jahren leitet Gimli, 25, bürgerlich Alexander Lapeta, unter www.elbenwald.de den erfolgreichsten deutschen Online-Shop in Sachen Fantasy: 18 feste Mitarbeiter, 1000 Produkte, knapp drei Millionen Euro Umsatz - eine fantastische Erfolgsgeschichte. Allein den Ring - aus Edelstahl kostet er 82, aus Platin 1500 Euro - hat er rund 30000-mal verkauft.

"Fantasy ist Eskapismus pur", bestätigt auch Friedel Wahren, seit 25 Jahren in verschiedenen deutschen Verlagen als Lektorin tätig, "und das Rezept ist immer gleich: Sie brauchen eine sehr gut ausgeleuchtete Bühne, eine völlig neu erschaffene Welt, in der die Leser ausgiebig spazieren gehen können." Dabei ist der Schöpfungsakt oft das einzig Neue. "Die Fans wollen lieber eine Geschichte in sechs Bänden als sechs verschiedene Romane", so Wahren, "die neue Welt soll stets die Gleiche bleiben." Die Story darf ruhig kompliziert sein, aber "mit den Figuren muss man sich identifizieren können, sonst verkaufen Sie nichts". Nach wie vor spielen die meisten Romane in einer entschärften mittelalterlichen Welt, und die Handlung ist "häufig auf die König-Artus-Sage zurückzuführen", sagt die Expertin. Schon dort finden sich alle Zutaten für ein Fantasy-Büfett: die Mission - wie die Suche nach dem Heiligem Gral. Die Verschworenheit der Gemeinschaft, ob Hobbits und Elbenkönige oder die Ritter der Tafelrunde. Und eine Welt, in der gut noch gut und böse noch böse ist.

Bücher sind oft nur der Anfang einer märchenhaften Expansion: "Die Leute lesen einen Roman, der ihre Fantasie anregt. Dann gehen sie ins Kino und genießen die schönen Bilder. Danach haben viele das Bedürfnis, selbst in die Geschichte einzugreifen und mit anderen etwas zu gestalten", sagt Jens Uwe Intat, Europachef der Computerspielfirma Electronic Arts, die inzwischen mehr als 200 Millionen Euro mit Fantasy-Spielen umsetzt.

Auf die Sehnsucht nach Gemeinschaft bauen auch die Anbieter von Online-Rollenspielen wie "EverQuest" mit weltweit etwa 450.000 Abonnenten - in diesem gigantischen virtuellen Reich schlüpfen Spieler in die Haut von Händlern, Kriegern oder Zauberern und treten weltweit gegen Drachen oder auch gegeneinander an. Und wenn bei "EverQuest" einmal in der Woche ein fieses Monster im Netz vorbeischaut, warten bereits Hunderte von Spielern mit Spezialwaffen auf den Kampf.

Die Fantasy-Welle hat die als Freaks verschrienen Rollenspieler aus ihrer Nische gespült. Das gilt auch für Live-Spiele - die wohl schrillste Variante des Fantasy-Kults: kostümierte Kämpfer, die einen bizarren Kleinkrieg auf heimischen Feldern führen. Das Ganze ist ein streng reglementiertes Vergnügen: Auf mehr als 50 Seiten wird zum Beispiel festgelegt, dass grüne Gegenstände vergiftet sind und dass der "Zauber Windstoß" zwei "Magie-Punkte" kostet. Nach diesem ausgeklügelten System wird natürlich auch gekämpft - mit Schwertern aus Latex. Neben Studenten und Schülern treffen sich auch junge Familien, Ärzte und Anwälte zum Schlagabtausch.

"Im Rollenspiel kann jeder ein Held sein und etwas Besonders für sich und die Gruppe leisten - so was ist im realen Leben nicht immer möglich", sagt Oliver Hombach vom Organisationsteam des "New Order". Die deutsche Convention ist die größte in Europa: 3000 Rollenspieler trafen sich im August bei Kassel. Und nun bewarb sich der deutsche Ausrichter um Fördergelder aus Brüssel - Abenteuerspiel als europäisches Kulturereignis.

Stephan Draf/Maren Soehring

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15.12.2003 09:46 Scharlatan ist offline E-Mail an Scharlatan senden Homepage von Scharlatan Beiträge von Scharlatan suchen Nehmen Sie Scharlatan in Ihre Freundesliste auf
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das kann ich herrn jackson eigentlich nur ankreiden er hat da was in bewegung gebracht, was irgendwie weh tut. die gesamte fantasy szene wird jetzt bis ins letzte ausgeschlachtet. weh tut mir persönlich, wenn sich leute als herr der ringe fan bezeichnen, die bis vor kurzem noch nicht einmal wußten, daß diese genialen bücher überhaupt existieren. ich hab hier auf der arbeit so ein exemplar rumlaufen. hält sich toll, weil er ein legolas-kostüm hat und die ganzen ü-eier serien hat, wenn man ihm aber mal ne ganz banale frage stellt (hab mal gefragt ob er mir mal eben sagen wieviel ringe es denn eigentlich insgesamt gibt, oder wer tom bombardil ist) isses vorbei. eben weil er zu blöd zum lesen ist. und im kino sind solche exmeplare noch peinlicher. ich erinnere da nur an das pack hinter mir im ersten teil. "was is denn das für ein bescheuertes ende!". ha! wer lesen kann ist klar im vorteil

cya
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Ich bin mal gespannt, was heute abend für Kommentare von Leuten hinter uns fallen.... Wahrscheinlich sowas wie: Ja Saruman, stirb!!!

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Ich reich´ Dir mal ein Leichentuch....
16.12.2003 19:25 Maria Magdalena ist offline Beiträge von Maria Magdalena suchen Nehmen Sie Maria Magdalena in Ihre Freundesliste auf AIM-Name von Maria Magdalena: MariaDreamwhile
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