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FantasyFilmFest 2006
Hallo zusammen,
vom 18.-26. Juli läuft das wichtigste Genre-Festival an und feiert zugleich seinen 20. Geburtstag! Aus dem einstigen Underground-Geheimtip ist mittlerweile ein rennomiertes Festival geworden, wie es in Europa kein zweites dieser Art gibt.
Endlich hat die Durststrecke ein ende und es gibt wieder frisches Blut. Nach dem ganzen langweiligen Kram, der uns in den vergangenen Monaten serviert wurde (Hostel & co), freue ich mich nun auf anständige Splatterorgien und subtile Gänsehaut-Thrills; und nachdem gestern der Vorverkauf für München startete, habe ich mich gleich mal mit einigen Kinokarten eingedeckt.
Meine bescheidene Auswahl für dieses Jahr:
Severance
Isolation
Hatchet
Renaissance
Wilderness
A scanner darkly
Shadow: Dead riot
See no evil
Final Fantasy VII: Advent Children
The Ice Harvest
Minotaur
Mehr Infos zum Filmfest gibts wie immer unter: www.fantasyfilmfest.com
Mögen die Spiele beginnen...
Greetz,
Messiah
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Thou shalt not prevent thy fellow man from altering his or her own consciousness.
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Themenstarter
Gut, das Filmfest ist ja nun gelaufen (zumindest in München), und ich werde mal wieder meine Meinung zu den Filmchen kundtun. Los geht's:
Severance
Der Eröffnungsfilm war gleich zum einstieg ein richtiger Knaller! Regisseur und Produzent waren zur Weltpremiere anwesend, und haben vor beginn des Streifens darauf hingewiesen, dass es sich um eine Komödie handelt, und dass man das Dargebotene nicht allzu ernst nehmen sollte. Klasse gespielte Charaktere und ein paar Eimer Blut machten den Film zum Magen- und Lachmuskeln attackierenden Splatterfest des Jahres. Hier treffen Schreibtischhelden, die Waffen erfinden, auf echte Kerle, die Waffen mit Leib und ohne Seele benutzen. Unbedingt anschauen, falls er es in die deutschen Kinos schaffen sollte!
Isolation
Ein Low-Budget-Streifen, der zwar gekonnt und äusserst effektiv umgesetzt wurde, letztendlich aber doch nicht so richtig überzeugen konnte. Zumindest ein Beweis dafür, dass man auch mit wenig Geld Atmosphäre und Spannung erzeugen kann.
Hatchet
Eine dunkle Nacht, ein einsames Boot, Nebel streicht übers Wasser und kündigt das Monster an. Halb Elefantenmensch, halb Glöckner von New Orleans, als Kind verspottet und grausam verkohlt, hat diese gewissenlose Kreatur mit ihrer übermenschlichen Power keine Probleme damit, Gliedmassen aus Körpern zu reißen oder Köpfe um 360 Grad zu drehen. Nicht viel neues, aber dennoch recht nettes Popcorn-Kino.
Renaissance
Mit fast stalinistischem Ernst folgt dieses Stück „Pulp Future“ seinem Helden Karas, einem unbestechlichen Cop, der eine entführte Wissenschaftlerin aus dem Kaukasus – brillant und sexy, wie es 22-jährige Wissenschaftlerinnen mit einem Hang zu Goth-Chic nun mal eben so sind – mit Hilfe ihrer kessen Schwester aufspüren soll, während ein Big Brother namens Avalon ganz andere Strippen zieht. Auch wenn die Story nicht viel neues bietet, so ist der Film doch wenigstens gut gemacht und bietet eine beeindruckende Verschmelzung von Animation und Live-Action.
Wilderness
Einem Trupp juveniler Delinquenten soll auf einem wild bewachsenen Eiland militärischer Drill beigebracht werden und diese treffen dabei auf einen bestens ausgerüsteten Psychopathen, der eben jenen Drill längst hinter sich hat. Eine campende Gruppe weiblicher Jugendstraftäter sorgen für zusätzliches Frischfleisch. Der Streifen hat mir recht gut gefallen, ein paar nette und überraschende Szenen sind drin. Was Tarnung doch nicht alles ausmacht...
Shadow: Dead Riot
Zombies im Frauenknast – darauf hat die Welt gewartet? Hmm, vielleicht - aber ganz sicher nicht in dieser Form! Der Regisseur hat bislang nur Pornofilme gedreht, und eben dies merkt man dem Film auch deutlich an. Ein wahrhaft grottig inszinierter Streifen im typischen look&feel eines 5$-VHS-Pornos...
Final Fantasy VII - Advent Children
Einst fand ein Stromkonzern einen Weg, den so genannten „Lifestream“ der Erde als Energiequelle anzuzapfen. Geschützt von einem genetisch hoch getunten Kampftrupp, den Soldiers, wurde Shinra Electrics zur einflussreichsten Macht weltweit. Doch Sephiroth, ein Hass erfüllter Verräter aus den eigenen Reihen der Soldiers, zettelte einen Krieg an – bis Mutter Erde selbst zurück schlug: Wütend über die ewig blinde Zerstörungswut der Menschheit, beendete die Seele des blauen Planeten den Krieg mit großem Leid und verseuchte große Teile ihrer Bewohner mit der Krankheit Geostigma.
Muss man wohl nicht viel dazu sagen - Für FinalFantasy-Fans natürlich ein muss - setzt, wie schon sein Vorgänger, neue Maßstäbe in Sachen Animationen. Schöner Film!
See no evil
Eine Gruppe Jugendstraftäter wird in einem verrotteten Hotel eingesperrt. Ziel der Übung: Die rebellischen Teens sollen sich endlich mal nützlich machen und das seit Ewigkeiten leer stehende Blackwell-Haus auf Vordermann bringen. Pech für die munter coole Truppe, dass außer ihnen ein 400 Pfund schwerer Leatherman-Bruder-in-Geist-und-Tat die Spinnweben verhangenen Korridore unsicher macht und einer bereits in Kindertagen erworbenen perversen Sammlerleidenschaft fröhnt.
Ein schöner Slasher, der ohne viel Geschnörkel zur Sache geht: Popcorn-Kino at it's best! Läuft sicher bald in den deutschen Kinos, also zurücklehnen und geniessen.
The Ice Harvest
Kultregisseur Harold Ramis schlägt in der melancholisch smarten Noir-Komödie ungekannt dunkel-makabre Töne an. Statt auf Hektik setzt er zu Recht auf seinen hervorragenden Cast (John Cusack, Billy Bob Thornton) sowie schön abgeklärtes, bitterböses Understatement. Schöne Krimi-Komödie mit ein paar netten Plot-twists. Kann man sich beruhigt auch mit der Freundin anschauen.
A scanner darkly
In dem abgefahrenen psychedelischen Thriller sind Krieg gegen Drogen und Krieg gegen Terror längst eins. Jeder bespitzelt jeden, ohne es zu wissen. Die Undercover-Cops sind dabei selbst die schlimmsten Junkies und nur dann sie selbst, wenn sie nicht sie selbst sein müssen: Ihre Meetings halten sie in Shapeshifter-Ganzkörperkondomen ab, um ihre Identität geheim zu halten. Ein erschütternder und immer wieder aberkomischer Albtraum, in dem die Figuren alles sehen können, aber nichts verstehen.
Wirklich schwere Kost zum Ausklang des Filmfestes, und die wohl beste Philip K. Dicks Romanverfilmung bisher. Der Film hat trotz des Staraufgebots (Keanu Reeves, Winona Ryder, Robert Downey Jr., Woody Harrelson …) noch keinen Filmstart für Deutschland, und selbst in den USA lief er bisher nur in wenigen Kinos. Man zeigt sich also sehr zurückhaltend bei Warner Bros...
Tjo, das war's mal wieder für's erste - ein paar Filme liegen noch zuhause - fortsetzung folgt...
Greetz,
Messiah
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