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Dreamwhile - Die schwarze Community » Kulturgüter » Philosophisches » wenn ich alleine sein möchte, ... » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
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Nachtschattengewächs
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Dabei seit: 02.03.2005
Beiträge: 40

wenn ich alleine sein möchte, ... Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden        Zum Anfang der Seite springen

und das möchte ich oft,
um nachzudenken, oder dem tristen alltag, sei es nur für stunden, zu endfliehen,
gehe ich in die natur. dies ist nicht weiter schwer, da ich in einem kleinem dorf, von wald und feldern umgeben, lebe.
heute war ein solcher tag, ein tag, an dem die sonne schien.
sie war schön, warm... an diesem tag, und ich wollte die vögel singen hören, und einfach ein teil des waldes um mich herum sein.
nach allen seiten von unserem dorf aus erheben sich berge, sodass es völlig in einem tal eigeschlossen ist.
nach westen aber ist der schönste dieser berge.
auf der einen seite ist unser dorf, nach lings und rechts erstreckt er sich, schützend liegt er schwer davor. auf der anderen seite, dem dorf gegenüberliegend fällt er erst sanft ab, dann immer steiler, und bald so steil, dass in jartausendem bestehen dieses berges, dieser erde der hang weggespült wurde, und nun nakter fels aus dem berg ragt, wie knochen eines riesiegen urzeitlichem wesen.
zu diesen felsen wollte ich, dazu muss ich, von unserem dorf aus einmal über den grad des berges.
auf dem grad angekommen legte ich mein rad zur seite und lief den berg hinunter, auf die felsen zu.
ich setzte mich auf eine felskante und blickte ins tal. von dieser felskante hat man einen wunderbaren panoramablick, fast 1/3 herum um den berg.
man sieht in der ferne weitere berge und wälder darauf, davor dörfer. direkt am fuss des berges, unter den klippen liegt auch ein dörfchen, so klein wie das unsere.
wiesen umgeben es, bis zum waldrand.
der wald erstreckt sich unter den klippen bis direkt zu ihnen heran, es sind etwa zwanzigjährige junge buchen.
sie sind nicht gepflanzt, sondern wuchern wild vor den klippen,
und weil sie alle am schnellsten wachsen wollen, versuchen sie das meiste sonnenlicht für sich zu ergattern. dadruch sind sie sehr buschig gewachsen, unterhalb der felsen.
wenn man auf den felsen sitzt, und auf die bäume blickt, die etwa 3 1/2 meter unter der felskante ihre kronen haben, kann man, schaut man lange genug darauf, die illusion bekommen, die äste mit den grünen blättern würden einen tragen, ließe man sich fallen. das trügt natürlich,
den das blättermeer würde einen wogend verschlucken, und man würde sich am boden zwischen den jungen bäumen wiederfinden.
schaut man noch länger auf die jungen bäume und hat man die nötige fantasie, kann man sich vorstellen es seinen wolken, auf die man dort hinabschaut. grüne wolke, weich laden sie einen ein auf ihren kämmen zu wandern, und wenn man müde ist sich einfach hineinzulegen in die grüne pracht, um zu schlafen.
wie, drängt sich die frage dazwischen, schläft man denn auf wolken? natürlich würde man zweifellos dadurch fallen, aber, was währe, wenn es ginge?
doch diesen gedanken verdrängt man, weil gedanken und überlegungen hier, über dem meer aus grünen wolken fehl am platz und auch unnötig scheinen.

lehnt man sich zurück auf den felsen, gegen einige steine,
und schließt man die augen und lässt sich auf den gesang der vögel ein, denkt man bald, der berg halte einen umramt,
fest in einer umarmung, die 1000 jahre und länger dauern kann, aus der man sich niemehr befreien kann. doch diese umramung ist schmeichelhaft, und schön. gerne gibt man sich in sie, und bald schon wünscht man sich, hier beim berg zu bleiben,
in seiner umramung, unvergänglich wie der berg zu werden, mit dem berg.
ein teil des berges zu werden,
niewieder aufstehen zu müssen.

und wenn man sich dann doch nach einiger zeit aufrafft, aufzustehen, weil die pflichten einen nachhause rufen,
und man nocheinmal auf das grüne wolkenmeer blickt, und nocheinmal über den felsen streicht, über den jahrtausende alten stein,
um sich zu verabschieden, kommt es einem vor wie ein verrat an seinem besten freund,
und leise bleibt das geflüsterte "ich komme bald wieder" zitternd in der luft stehen,
über den felsen, dem grün der blätter, bis ein wind kommt, leise ein lufthauch die worte verweht, mitnimmt, und fortträgt, ohne sich darum zu kümmern was er vortträgt,
ein liebesversprechen.

solltest Ihr dieses nun alles gelesen haben, so wünschte ich, es hat Euch etwas gebracht, villeicht freude am lesen, villeicht mehr, villeicht nicht soviel.

__________________
"Der Mensch wird heute misshandelt, erniedrigt wie nie zuvor…" (Jean Tinguely)

Seelenfunke
11.03.2005 20:39 Nachtschattengewächs ist offline E-Mail an Nachtschattengewächs senden Homepage von Nachtschattengewächs Beiträge von Nachtschattengewächs suchen Nehmen Sie Nachtschattengewächs in Ihre Freundesliste auf
Lady Morgia Lady Morgia ist weiblich   Zeige Lady Morgia auf Karte
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Dabei seit: 20.01.2005
Beiträge: 432
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Macht einen wehmütig. Besonders , weil der noch immer auf sich warten lassende Frühling mit seinem wogenden Grün ja in der Ferne liegt. Wohnst du wirklich so, oder ist das Fantasie?

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Jeder ist ein Mond und hat eine dunkle Seite, die er niemandem zeigt.
12.03.2005 01:15 Lady Morgia ist offline E-Mail an Lady Morgia senden Beiträge von Lady Morgia suchen Nehmen Sie Lady Morgia in Ihre Freundesliste auf
Nachtschattengewächs
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Dabei seit: 02.03.2005
Beiträge: 40

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,... Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden        Zum Anfang der Seite springen

ich wohne wirklich so

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"Der Mensch wird heute misshandelt, erniedrigt wie nie zuvor…" (Jean Tinguely)

Seelenfunke
12.03.2005 12:44 Nachtschattengewächs ist offline E-Mail an Nachtschattengewächs senden Homepage von Nachtschattengewächs Beiträge von Nachtschattengewächs suchen Nehmen Sie Nachtschattengewächs in Ihre Freundesliste auf
Madarkar Madarkar ist männlich
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Dabei seit: 04.03.2005
Beiträge: 51
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Ich denk mal, mir geht es genauso - mich zieht es auch immer in die Natur - in die Wälder - entlang kleinen fließenden Bächen - hin zu verfallenen von der Natur vereinnahmten Gebäuden...
Dort wo ich wohne waren damals auch einst mal viele Felder - Bäume - schöne Gärten wo viele Rosen wuchsen...
Doch mit der Zeit vielen immer mehr Bäume und häßliche Betonklötze wurden errichtet, Firmen siedelten sich an, Tankstellen entstanden...
So viele Menschen sind auf einmal da, und von der Natur ist kaum noch etwas gebleiben...
Das was mir geblieben ist, ist nur noch die Sehnsucht nach der Vergangenheit...
Ich muß jetzt wie viele andere ein ganzes weilchen unterweg sein um wieder ein Stück Natur zu genießen...

Ich hoffe, daß Dir das alles über die Jahre erhalten bleibt, was Du hast.

Schöne Grüße!
17.03.2005 14:44 Madarkar ist offline E-Mail an Madarkar senden Beiträge von Madarkar suchen Nehmen Sie Madarkar in Ihre Freundesliste auf
Meredith Meredith ist weiblich
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Dabei seit: 01.03.2005
Beiträge: 253
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Das war wunderschön! Wirklich Nachtschattengewächs du bringst mich immer wieder dazu zufrieden zu seufzen, wenn ich deine Sachen lese. Und mit dieser Beschreibung hast du mich an mein zweites zuhause erinnert.
Ich danke dir.

Dort wo ich am Wochenende wohne, bin ich zwanzig Meter von einem Wlad entfernt. Ich liebe es, ganz früh aufzustehen, meine Schreib- und Malsachen zu nehmen und und mich in den wald zu begeben. Ich habe einen Platz, den ich immer wieder beehre - es ist unter einem Felsvorsprung. Man findet diesen abgeschiedenen ort nur, wenn man genau weiß, wo man ihn suchen muss. Ansonsten kann man einen Meter entfernt sein und man sieht die Nische nicht. Früher war dort mal ein kleiner Wasserfall und das wasser hat den Fels glatt geschliffen. Ein freund von mir, hat mir eine kleine, gemütliche Bank gezimmert.
Und so sitze ich dort immer, die Morgensonne scheint wärmend hinein, während ich nach Lust und Laune male oder meine Geschichten schreibe. Es ist herrlich dort.
Manchmal bleibe ich bis zur Dämmerung dort. erst wenn die Sonne rötlich über den Himmel absteigt, begebe ich mich wieder heim. Und wehmütig lege ich mich dann ins Bett und kann es kaum noch erwarten wieder in mein verborgenes Reich zurück zukehren.

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For if my love comes not to me
dark and dismal my life will be

17.03.2005 15:02 Meredith ist offline E-Mail an Meredith senden Beiträge von Meredith suchen Nehmen Sie Meredith in Ihre Freundesliste auf MSN Passport-Profil von Meredith anzeigen
Lady Morgia Lady Morgia ist weiblich   Zeige Lady Morgia auf Karte
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Dabei seit: 20.01.2005
Beiträge: 432
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Schade, in der Großstadt gibt es fast nichts mehr an feinen Plätzen zu finden. Stille Plätze mutieren hier zu Junkie Zufluchten oder vermüllen durch Obdachlose. Man ist irgendwie niemals wirklich allein, wenn man die Stille sucht.

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18.03.2005 18:50 Lady Morgia ist offline E-Mail an Lady Morgia senden Beiträge von Lady Morgia suchen Nehmen Sie Lady Morgia in Ihre Freundesliste auf
Silencio Silencio ist männlich   Zeige Silencio auf Karte
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Dabei seit: 23.09.2004
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ich machs so...

da ich die ganze Woche mit Leuten zu tun habe, und auch viel kommunizieren darf ;-)

gehe ich am Samstag durch Berlin und gehe meinen Gedanken nach und gehe tief in mich rein, um zu grübeln und nachzusinnen, was ich in der Woche nicht tun kann...

ja, ich mag das (so entfliehe ich auch der drückenden Enge niedriger Gassen ;-) )

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He was born with a sense of humor and a belief that the world was mad!" - Rafael Sabatini
18.03.2005 23:46 Silencio ist offline E-Mail an Silencio senden Homepage von Silencio Beiträge von Silencio suchen Nehmen Sie Silencio in Ihre Freundesliste auf Fügen Sie Silencio in Ihre Kontaktliste ein
Donar Donar ist männlich
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Dabei seit: 22.07.2003
Beiträge: 308
Herkunft: nähe nürnberg

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... ich gehe laufen, und das meist nachts weil die welt im dunkeln einfach schöner ausschaut. Ich setze Nacht mit Winter(Schnee) gleich, beides verleiht der Welt eine gewisse ruhe.
19.03.2005 20:11 Donar ist offline E-Mail an Donar senden Homepage von Donar Beiträge von Donar suchen Nehmen Sie Donar in Ihre Freundesliste auf
Silencio Silencio ist männlich   Zeige Silencio auf Karte
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Dabei seit: 23.09.2004
Beiträge: 156
Herkunft: Berlin

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Heute wars irgendwie nicht so entspannend, es waren um einiges mehr Leute unterwegs... und 4h Sabbath... naja, hinterlassen Spuren ;-)

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He was born with a sense of humor and a belief that the world was mad!" - Rafael Sabatini
19.03.2005 20:43 Silencio ist offline E-Mail an Silencio senden Homepage von Silencio Beiträge von Silencio suchen Nehmen Sie Silencio in Ihre Freundesliste auf Fügen Sie Silencio in Ihre Kontaktliste ein
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