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Des Gottes Tod |
Elaine St. Louis

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Dabei seit: 12.07.2004
Beiträge: 381
Herkunft: Erlangen
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Des Gottes Tod
Was hört man, Reisende von weit
Von fernen Orten, Länderei’n
Habt Ihr noch Botschaften bereit
Die auf dem Markt Ihr könnt verschrei’n?
Von Botschaften gibt’s keine Spur
Doch können wir Euch was erzähl’n
Balladen und Geschichten nur
Aus drei verschied’nen könnt Ihr wähl’n.
So lasst nur hör’n von Eurer Reis’
Was gab es Neues in der Welt?
Bezahlen woll’n wir jeden Preis
Und hören was Ihr uns erzählt.
Entscheidet, ob Ihr von dem Geist
Der armen Witwe hören wollt
Gestorben ist die Frau so dreist
Dass Ihr’ s Euch nicht vorstellen sollt.
Wenn die Geschichte so brutal
So sollen wir schon warten noch
Was Ihr uns denn noch stellt zur Wahl,
vielleicht gefällt es uns ja doch.
Man sprach noch von der Totenstadt
In der Dämonen hausten lang
Von einer Burg aus Stein so glatt
Dass uns vom Hinseh’n wurde bang.
Das klingt schon feiner, doch was gibt
Es als das dritte Lied zu hör’n?
Wenn’s etwas ist, was Volksmund liebt,
soll uns ein Aufpreis auch nicht stör’n.
Die dritte Sage spricht von Bhaal,
dem grausig Gott der toten Leut’
bekannt er ward für allemal
in den Gedächtnissen bis heut.
Eindeutig ist nun unsre Wahl
Erzählt uns von dem finstren Mann
Das Lauschen wird uns nicht zur Qual
Den Preis bestimmen tun wir dann.
Nun gut, so lauschet und seid still
Denn die Ballade ist nicht fein
Sie ist zwar hart, doch wenn man will
Soll sie auch unterhaltsam sein.
Es lebten Männer lange her
Drei Götter warden sie genannt
Bhaal, Myrkul, Bane, und sonst nicht mehr
Von ihren Namen war bekannt.
Sie trugen Ämter in dem Reich
Der Geister der Verschiedenen
Und Menschenschatten, dünn und bleich,
die zählten zu Gemiedenen.
Der, der den Namen Myrkul trug,
er war Stratege diesen Flecks
sehr weise war er und sehr klug
bestimmte über Söldner weg.
Der Bane genannte, voll von List,
der Schatzherr bei des Herrschers Seit’
erhellt’ das Reich so trüb und trist
Finanzen meisterte gescheit.
Und Bhaal, er hütete bemüht
Die armen Seelen, so verpeint,
war von sehr finsterem Gemüt
man konnt’ nie ahnen, was er meint’.
So rief der Herrscher her zu sich
An einem Tag die Diener drei
Und sagte: „Nun entscheide ich
Wer heuer mein Nachfolger sei.
Du, Myrkul, Feldherr meiner Schar,
verständig in dem Kampf und Krieg
als Herrscher wärst du wunderbar
und deiner wär ein jeder Sieg.
Du, Bane, mit Schätzen weißt du, was
Zu tun ist in der größten Not
Du würdest herrschen nicht aus Spaß
Und nähmst es ernst, so wie den Tod.
Doch Bhaal, ich weiß nicht, was an dir
Mich so unglaublich fasziniert
In dir steckt eine Kraft, die hier
In meinen Augen dich verziert.
So seht, welch denkbares Entscheid
Bestimmt die Rettung meiner Stell’
Und ich will geben euch bescheid,
so soll das Los entscheiden schnell.“
Aus einer Tasche holt er rasch
Zwei Würfelchen aus Elfenbein.
„Wer hiermit würfelt mir ein Pasch,
der soll der neue Herrscher sein.“
Er gab sie erst dem Feldesherrn
Und jener sammelte die Kraft
Und warf die Würfel mit Begehr’n
Und betet’, dass ein Pasch er schafft.
Doch war er nicht dazu bestimmt
- die Würfel zeigten 3 und 4,
und mit Missmut so sehr vergrimmt
verglüht’ er fast in seiner Gier.
Als nächster war Bane an der Reih’
Er warf, und trotz all seiner Bitt’
- die Würfel zeigten 1 und 2 –
er ging beiseit’ mit lahmem Schritt.
Nun war auch Bhaales Wurf vollbracht
Und alle waren überrascht –
Ein Pasch hatte sich aufgemacht!
Der Herrscher seinen Blick erhascht’
Und sprach: „Mein Freund, nun sollest du
Der König sein an meiner Statt
Und hier regieren immerzu
Des Ruhmes sollst du werden satt.“
So kam es, dass die Zeit verstrich
Und Bhaal der nene Meister ward
Kein Flüchtling seiner Hand entwich
Gefürchtet war er und sehr hart.
Und Untertanen warden Bane
Und Myrkul, gegen ihren Will’n
Sie wollten es zwar nicht einseh’n
Den Wunsch des Bhaal mussten sie still’n.
Ein Herrscher war er gnadenlos
Bedrückte, die ihm untertan
Tyrann zu heißen war sein Los
Verzweifelt die Bewohner war’n.
So kam es, dass die andern zwei
Zum Volk sich wandten mit Verdruss
Die Folgen waren einerlei
Man hörte zu mit Überschuss.
Sie sprachen: „Freunde, seht euch an
Wie unser Reich im Wandeln steht
Seit Bhaal hier ist der mächt’ge Mann,
die Aufregung nicht mehr vergeht.
Vereinte Kraft soll unsre sein
Und mit den Waffen, die der Gott
Verwendet gegen uns allein,
wird er geschlagen, uns zum Spott!“
Was Bane und Myrkul auferlegt,
das wagte keiner nun zu tun
es hatte ihr Gemüt geregt
doch ließen sie den Vorschlag ruh’n.
Als Bhaal den Aufruhr mitbekam,
da ging er auf in blinder Wut
die Red’ der zwei das Volk ihm nahm –
das fand er ganz und gar nicht gut.
Er ließ den Schatzherrn und Strateg’
Gefangen nehmen, und sogleich
Zog er sein Schwert, ging seinen Weg
Und holte aus zum schweren Streich.
„Was glaubt ihr“, rief er, „wer ihr seid,
ihr meint, ihr könntet stürzen mich?
Das Volk ist nicht dazu bereit-
Spürt meinen Zorn auf ewiglich!“
So floss das Blut der zwei Rebell’n
Die für ihr Volk gegangen war’n
Um Bhaal Betrug zu unterstell’n
Und zu vergeh’n mit Haut und Haar’n.
Als keine Nachricht sie erreicht’,
da wurde es den Seelen bang
dass ausgeführet er sein’n Streich,
da nichts an ihre Ohren drang.
So machten sie sich auf zum Schloss
Und als sie sah’n die grausig Tat
Und merkten, wie das Blut hier floss,
da meldet’ sich ein feist Soldat.
„Herr Bhaal, was hat getrieben Euch?
Wann ist die schrecklich Pein vorbei?
Ihr seid ein Mörder, wie mich deucht!
Wir dulden keine Tyrannei!“
Bhaal lachte nur mit bösem Blick.
„Was wollt nur tun ihr gegen mich?
Nun gibt es aber kein Zurück,
so kämpft, bis euer letzte wich!“
So stürzten sich die Geister schwach
Auf ihren Herrscher unvergrimmt
Und jener sprach: „Dass ich nicht lach’!
So wundersam wie ihr gestimmt!
So töricht seid ihr, tote Narr’n,
tatsächlich wollt ihr mich jetzt tot?
Ihr braucht nicht mehr so blind beharr’n
- ich bin unsterblich als ein Gott!“
Denn in der Tat war es bekannt,
dass Götter von des Menschen Schwert
nicht werden können übermannt
egal, wie sehr man es begehrt.
Doch bald spürt Bhaal den ersten Schmerz
Denn durch die rechte Schulter sticht
Ein scharfer Dolch aus grauem Erz
Zu Boden fällt der Bösewicht.
„Du bist ein Gott“, sprach der Soldat,
„gehörst zu den Unsterblichen.
Wir seh’n so aus, doch in der Tat
Gestürzt du von nicht – Menschlichen!“
Da wurde Bhaal die Lage klar –
`nen Gott bedrohen konnt’ kein Heer
doch unerkannt war die Gefahr –
die Seelen keine Menschen mehr!
So wurde Bhaal der erste Gott
In jener alten Sagenwelt
Der musst’ erleiden bitt’ren Tod
Und überall ward es erzählt.
Der Friede kehrte langsam ein
Unter den Geisterbürgern nun
Vollbracht war es, sich zu befrei’n
Und jetzt blieb hier nichts mehr zu tun.
Doch lebt des toten Gottes Brut
In unsrer weiten Welt verstreut
Und jeder trägt des Vaters Wut
Und sie bekämpfen sich bis heut’.
Hatte mal wieder Lust auf ein Gedicht....
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| Die Unendlichkeit ist nicht mehr als ein Gedanke... |

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Elaine St. Louis: 21.07.2004 23:00.
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21.07.2004 22:59 |
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LadyFortuna

Senior-Member

Dabei seit: 07.09.2004
Beiträge: 236
Herkunft: Erlangen
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Das ist ein Roman.
Viiiel zu lang. Mir ist, um ehrlich zu sein, schon nach den ersten Strophen der Wille vergangen, weiterzulesen.
Als ich runtergescrollt habe traf mich schier der Schlag.
__________________ Gestern standen wir kurz vor dem Abgrund.
Heute sind wir einen Schritt weiter.
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10.09.2004 14:06 |
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Revange Angel
Community-Member

Dabei seit: 29.07.2004
Beiträge: 22
Herkunft: Aus der Hölle des Lebens
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mh.
also ich fand es schön besonders das Thema echt schön.
Nur ein kleiner Tipp .
Vieleicht könntest das ja teilen und jede Woche ein neues Release rausbringen so nach dem Motto Gedicht der Woche.
Ich weiß die Menschen mit Muse wenn sie einmal dran sind......................................
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| Lieber der König der Ärsche , als der Arsch der Könige |
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10.09.2004 14:57 |
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Still.Unholy
Senior-Member
 

Dabei seit: 14.06.2004
Beiträge: 720
Herkunft: von ganz weit unten
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wow das ist ja lang
aber nicht schlecht!!!
__________________ some are born great
some achieve greatness
some have greatness thrust upon them...
...and then...there are others...
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10.09.2004 17:47 |
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Elaine St. Louis

Senior-Member


Dabei seit: 12.07.2004
Beiträge: 381
Herkunft: Erlangen
Themenstarter
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Danke für das Lob und auch für die Hinweise.
Werde mich in Zukunft wohl etwas kürzer fassen...
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10.09.2004 19:28 |
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LadyFortuna

Senior-Member

Dabei seit: 07.09.2004
Beiträge: 236
Herkunft: Erlangen
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Lange Werke kann man auch in zwei Teile trennen, falls es eine dafür günstige Stelle gibt.
__________________ Gestern standen wir kurz vor dem Abgrund.
Heute sind wir einen Schritt weiter.
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10.09.2004 19:32 |
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