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Musikindustrie verklagt Tauschbörsennutzer

Major Toht
So, nun scheint es auch in Deutschland wirklich "richtig" zur Sache zu gehen. Nachdem bisher meist kleinere Fische verwarnt wurden, geht die IFPI nun an die "Eingemachten".

Zitat:

Auch in Deutschland müssen Nutzer von Tauschbörsen wie angekündigt nun mit juristischen Schritten rechnen. Dies erklärte Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände IFPI, am heutigen Dienstag. Die von den deutschen Phonoverbänden beauftragte Hamburger Rechtsanwaltskanzlei Rasch habe 68 Strafanzeigen gegen unbekannt erstattet. "Es gibt in Tauschbörsen millionenfach illegale Musikangebote. Die Phonowirtschaft kann dem nicht mehr tatenlos zusehen, während der Musikabsatz stark einbricht. Wir gehen deshalb jetzt auch gegen diese illegalen Anbieter mit rechtlichen Schritten vor."

Die beschuldigten Personen sollen urheberrechtlich geschützte Musik "in erheblichem Umfang" ins Internet gestellt und zum Download angeboten haben. Damit hätten sie die Rechte der Textdichter, Komponisten, Künstler und Tonträgerhersteller missachtet. Die Beschuldigten sollen "nun die Folgen ihres verbotenen Handelns tragen". Ähnlich wie in Deutschland werde neben den USA auch in Dänemark, Italien und Kanada vorgegangen.

Die Anbieter seien in Tauschbörsen über ihre IP-Nummern von ihren Internetprovidern identifizierbar. Die Provider geben die Identitäten der Rechtsverletzer nicht an die Rechteinhaber weiter, deshalb hat die IFPI die Strafanzeigen gegen unbekannt erstattet. Die Staatsanwaltschaft hat daraufhin die Provider zur Information verpflichtet und Strafverfahren eingeleitet. Wenn die Identitäten der Urheberrechtsverletzer bekannt seien, würden Zivilverfahren eingeleitet und Schadensersatz gefordert.


Quelle: heise.de

Bin ja mal gespannt, welche Ausmasse das annimmt...
Uziel
Die Ausmaße an sich dürften sich, gerade in Deutschland, wohl mal wieder zum Debakel ausweiten. Ich denke da mal nur an die Abmahnwelle, die so manch ein findiger Anwalt als Lizens zum Gelddrucken genutzt hat.

Und ansonsten wird die Musikindustrie, sollte es ihnen tatsächlich gelingen, die Nutzung von Tauschbörsen einzudämmen, nicht 1 Cent mehr einnehmen, da völlig überhöhte Preise den Hörer noch mehr abschrecken und dann halt wieder wie zu guten alten Zeiten, direkt getauscht wird. Durch Weitergabe der Medien.

Mehr Tonträger, oder DVD's werden sie damit auf jeden Fall nicht verkaufen...



Judas
nightBit
Zitat:
Original von Judas
Und ansonsten wird die Musikindustrie, sollte es ihnen tatsächlich gelingen, die Nutzung von Tauschbörsen einzudämmen, nicht 1 Cent mehr einnehmen

Das sehe ich genauso, Judas. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich jemand sagt: "Ok, wenn ich es nicht per Tauschbörse bekomme, dann geh' ich halt in einen Laden und kauf' es mir."

Sämtliche Eindämmungsversuche werden einiges mehr an Geld verschlingen, als sie jemals einbringen. Und trotzdem wird es irgendwann heissen: "Die Musikbranche hat durch die Verfolgung von Tauschbörsen einen Verkaufsanstieg von x." Man muss sich ja schliesslich rechtfertigen.
data-morgana
sollen sie doch verklagen soviel sie wollen! es wird doch vermutlich enden wie beim kopierschutz: heute gibts nen neuen kopierschutz und morgen findet man im netz (wenn man lang genug sucht) die anleitung diesen zu umgehen. ich denke mir, daß die MI vielleicht erfolg hat was die tauschbörsen angeht, aber ich denke mir eben auch, daß die leute sich einfach andere quellen suchen.
ich glaube beim besten willen nicht, daß die leute plötzlich bereit sein sollen die wirklich unverschämten preise für cd's zu zaheln. ich hab mir schon längst angewöhnt nur noch zeug aus der "ramschkiste" zu kaufen. mittlerweile landen die guten cd's ja doch recht schnell da drin

cya
data
Messiah
Naja, erstmal haben sie angekündigt...
Noch ist es ja gar nicht raus, ob die Provider die Daten überhaupt herausgeben. Denn nichteinmal die Staatsanwaltschaft kann so einfach die Providerdaten einfordern. Da wird es im Vorfeld mit Sicherheit erstmal hier einen interessanten Rechtsstreit geben.

Selbst in den USA hat es bis heute keine einzige Verurteilung gegeben. Meines Erachtens wird hier einfach mal Medienwirksam auf den Busch geklopft - mehr nicht...


Greetz,
Messiah
nightBit
Dem kann ich nur zustimmen. Hab' grad in den Nachrichten einen Sprecher von SonyMusic gehört, der meinte, dass erstmal auf Abschreckung gesetzt wird. "Jeder User soll das Gefühl haben, erwischt werden zu können..."
Uziel
Zitat:
Denn nichteinmal die Staatsanwaltschaft kann so einfach die Providerdaten einfordern.


Hm, im Zusammenhang mit einer Straftat schon.... Da ist jetzt die Frage, ob die Staatsanwaltschaft wirklich so einstuft.

Und wie "einfach und schnell" das mit dem Ermitteln von personenbezogenen Daten zu IP's geht, das haben wir ja schon mal live in einem anderen Board miterlebt. Für so einen Fall sind die ISP's, glaube ich, sogar verpflichtet, dieses Log's zu erstellen. Deswegen zieht es ja auch genug Serverbetreiber von dubiosene Services in Länder, wo Ihre Server sicher vor Verfolgung und Zugriff stehen...



Judas
Messiah
Und wenn wir schon Heise und Telepolis zitieren, dann aber bitte alles:

Zitat:
Studie: Tauschbörsennutzung hat keinen Einfluss auf Musikkauf
Die Musikindustrie klagt über Umsatzeinbußen und verklagt Tauschbörsen-Nutzer. Dass diese nicht unbedingt Schuld an der Misere sind, wollen nun US-amerikanische Wissenschaftler herausgefunden haben. Felix Oberholzer von der Harvard Business School und Koleman Strumpf von der University of North Carolina haben in ihrer empirischen Untersuchung The Effect of File Sharing on Record Sales erstmals die Zahl der aus dem Internet bezogenen Musikdateien mit dem Verkauf von CDs verglichen. Sie ziehen als Ergebnis den Schluss: Der Download von Dateien aus Tauschbörsen hat -- zumindest statistisch gesehen -- keinerlei Auswirkung auf die Zahl von verkauften CDs.

Die Wissenschaftler hatten die Verkaufszahlen in den USA von 680 Alben über einen Zeitraum von 17 Wochen zum Ende des Jahres 2002 verfolgt. Diese Daten wurden mit den Aktivitäten von Internetnutzern bei der Tauschbörse OpenNap verglichen. Die Nutzer luden während des Beobachtungszeitraums 260.889 Musikdateien herunter. Die Wissenschaftler haben nun festgestellt, dass das Tauschen von Musikstücken sogar deren Verkauf steigert, wenn diese über 600.000 Mal verkauft wurden; in anderen Fällen gibt es keinen statistisch nachweisbaren Zusammenhang.

Quelle: Telepolis
Hierzu wird auch gleichzeitig eine interessante Vermutung aufgestellt: Nämlich die, dass die deutsche Musikindustrie derzeit ihre besten Kunden verklagt...

Und noch was aktuelles aus heise.de:
Zitat:
Australische Musikindustrie verbucht Verkaufsrekord

Der Verband der australischen Musikindustrie (ARIA) hat die Verkaufszahlen für das vergangene Jahr vorgelegt. Demnach ist der Markt nach verkauften Einheiten um 6,7 Prozent gewachsen, dem Umsatz nach um rund 6 Prozent. In der Mitteilung, überschrieben mit "Musik-DVDs wachsen weiter, während CD-Singles weiterhin schrumpfen", berichtet der Verband von 65,62 Millionen verkauften Stückbei einem Umsatz von 646 Millionen Australischen Dollar.

In der Tat ist der Verkauf an CD-Singles um 16,5 Prozent geschrumpft und der an DVD-Alben um 20 Prozent gestiegen. Allerdings ging auch der Verkauf an DVD-Singles zurück, nämlich sogar um 88 Prozent. Der Verkauf von CDs als solchen, womit wohl CD-Alben gemeint sind, ist um 7,8 Prozent und der von DVD-Alben um 20 Prozent gewachsen.

Hinter der Mitteilungspolitik der australischen Musikindustrie vermuten australische Medien aufgrund der widersprüchlichen Ergebnisse denn auch Methode: Sie vermeide es zu sagen, dass 2003 das beste Jahr in ihrer Geschichte gewesen sei. Schließlich argumentiere auch der Verbands der australischen Musikindustrie seit einiger Zeit, Tauschbörsen und das private Kopieren von Musik schädigten das Geschäft. Laut den Zahlen sehe es aber ganz anders aus.

Ein Kommentar des Sydney Morning Herald merkt an, 2003 habe die australische Musikindustrie erstmals mehr als 50 Millionen Alben verkauft. Zusammen mit anderen Medien seien sogar das erste Mal mehr als 65 Millionen Stück verkauft worden. Im Jahr 1998, also in dem Jahr, bevor Napster an den Start ging, seien in Australien noch 39,6 Millionen Alben verkauft worden. Die Tatsache mache es schwer zu glauben, das CD-Kopieren verderbe den Plattenfirmen ihr Geschäft, merkt der Kommentar an. Der Verkauf von Singles sei zudem lediglich ein teures Zusatzgeschäft, das sich nicht wirklich lohne.

Untersuchungen der Musikindustrie, laut denen Tauschbörsennutzer weniger Geld für Musik ausgäben, seien nicht aussagekräftig. Die Schlussfolgerung beziehe sich auf Musikliebhaber, die jünger als 17 Jahre sind und ohnehin wenig Geld haben. Dem gegenüber kauften jene im Alter über 45 Jahre mehr CDs, und diese Menschen hätten auch die größere Kaufkraft -- doch diese Tatsache unterschlage die Musikindustrie.

Die Verbände der deutschen Musikindustrie wollen die Zahlen über den Tonträger-Verkauf hierzulande am morgigen Dienstag bekannt geben. Dann will die IFPI über die "weitere Strategie der Musikwirtschaft gegen Internetpiraterie" informieren -- nach dem Vorbild der RIAA in den USA werde man auch hierzulande schon bald Strafanzeigen gegen einzelne Nutzer erstatten, zu Beginn vor allem gegen solche, die sehr viele Titel über das Internet anbieten, hieß es laut Financial Times Deutschland vorab aus Branchenkreisen.


Noch Fragen?
orkus101
moins, leute!

an die prviderdaten ranzukommen scheint einfacher zu sein als man glauben sollte! hab da so meine erfahrung mit gemacht! siehe anderes board!

dazu brauchts net viel! nen screenshot, die passende(n) datei(en) dazu als beweis und ne anzeige von der ifpi scheint da schon gereicht zu haben!

soviel dazu!
Messiah
@orkus101:
Bei welchem Provider warst du denn? Und was ist eigentlich aus der Sache geworden?
deklema
Ich glaub da brauch ich mir auch nicht wirklich Sorgen zu machen. Aber ich denke auch das das jetzt erstmal "Angstmache" über die Medien ist. Wenn es wirklich zu Anklagen kommen sollte weiss ich aber das Softwarefirmen und eventuell auch die Leute der Filmbranche dazukommen. Es ist ja nicht nur Musik was hin- und hergeht.
Icecream
Ich denke mal bevor es mit den Tauschbörsen so richtig los ging wurden die Daten oder Tonträger doch auch hin und her kopiert und dieses wird auch so bleiben es werden sich dann wieder andere Quellen auf tun.
orkus101
@Messiah

war und bin immer "noch" bei t-online! wird sich wohl demnächst ändern!

verfahren wurde gegen beschlagnahmung des pc's eingestellt! genaueres sollte ich wohl besser nicht hier reintexten!

von daher hab ich sogar noch glück gehabt! von nem anderen bekannten aus dem raum münster weiss ich wohl das der ne grössere strafe zu erwarten hat! aber der hat ne anklage von der filmindustrie! bei dem haben se wirklich alles mitgenommen! nicht nur den pc, sondern die komplette peripherie dazu!
data-morgana
tja, scheint als ob die tauschbörsen wohl doch nicht so böse sind wie die MI das so gerne verkaufen will.
eben auf heise.de entdeckt

Zitat:

Bericht: Musikindustrie nutzt Tauschbörsen für die Marktbeobachtung

Für die Musikindustrie steht neben der schwächelnden Konjunktur ein Hauptschuldiger für die von ihr als miserabel empfundenen Umsätzen längst fest: die P2P-Tauschbörsen. Millionen von Musikstücken würden dort illegal vertrieben und kosteten den Plattenfirmen Unmengen von US-Dollar. Dass der Zusammenhang nicht unbedingt so eindeutig sein muss, wie ihn die Musikfirmen gerne hätten, haben schon so manche Kritiker oder auch Wissenschaftler angemerkt. Die Silicon-Valley-Tageszeitung San Jose Mercury News rückt nun zusätzlich noch einen anderen Aspekt in das Rampenlicht: Die Musikindustrie nutze Filesharing-Dienste für die Marktbeobachtung. Außerdem machten Plattenfirmen in ihnen gezielt Werbung für neue Musikalben oder verkauften Musikstücke direkt.

Für die US-amerikanische Musikindustrie ein heikles Thema, denn sie ist in der Vergangenheit radikal gegen die Tauschbörsen vorgegangen, von denen sie aber gleichzeitig auch zu profitieren scheint. Denn die Musikstücke, die über die P2P-Börsen getauscht werden, geben ein gutes Abbild der Nachfrage unter den Musikfans ab. So berichtet die Zeitung, Plattenfirmen hätten Marktforscher damit beauftragt, die Tauschbörsen in dieser Hinsicht zu beobachten. Auf diese Weise bekomme sie Daten, anhand denen Musikstücke gezielt bei Radiostationen oder Fernsehsendern lanciert oder auch das richtige Stück aus einem Album ausgekoppelt werden könne. (anw/c't)
nightBit
Ich habe mich schon die ganze Zeit gefragt, wie ein Musikpirat 'bestraft' wird. Jetzt hab' ich in den Nachrichten gehört, dass im Einzelfall geprüft werden soll, wieviele und welche Dateien gesaugt wurden und daran der Schaden gemessen wird. Na da bin ich gespannt, wie man das bewerten will.
deklema
Zum Posting von data-morgana ... das find ich echt fiess. Erst nutzen sie den User aus der auf der Tauschbörse "handelt" und dann hauen sie ihn in die Pfanne.
Broli@666
Zitat:
Chaos Computer Club ruft zum Musikindustrie-Boykott auf

Nachdem nun auch die deutsche Musikindustrie gegen Tauschbörsennutzer vorgeht, ruft der Chaos Computer Club dazu auf, die Branche zu boykottieren.

Nach Meinung des Chaos Computer Club (CCC) sind nicht die Nutzer an den fallenden Umsatzzahlen der Musikindustrie schuld, sondern die Plattenfirmen selbst, die das Internet als Vertriebsweg zu lange ignorierten und überhöhte Preise für ihre Tonträger verlangen.

Nachdem der Branchenverband IFPI nun erstmals in Deutschland rechtliche Schritte gegen die Nutzer von Tauschbörsen eingeleitet hat, ruft der CCC zum Boykott auf. Die Klagen und auch die Kampagne "Raubkopierer sind Verbrecher" wären lediglich ein Versuch, die Nutzer einzuschüchtern. Die Privatkopie und Tauschbörsennutzer würden bewusst kriminalisiert, anstatt etwa neue Vertriebswege zu erschließen.
(Quelle: www.testticker.de)



ole...ole..jetzt gehts los...
deklema
Hab mal die Site von CCC besucht. Die machen wirklich mobil gegen die "Stunkmacher". Hier der Link zur Site:

Chaos Computer Club

Zum Boykott liefern die Jungs und Mädelz auch Banner für die Homepage. Bei uns wird sicher einer draufkommen.