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Dreamwhile - Die schwarze Community



Erfolg, Ausverkauf oder Entwicklung...

Bear
Moin ihr.

Ich habe mir in letzter Zeit mal so ein paar Gedanken zu einigen Bands aus der Szene gemacht. Man beobachtet ja immer wieder und immer mehr, dass irgendwelche Bands, die man früher nur innerhalb der Szene kannte plötzlich Major Verträge bekommen und von großen und allgemeinen Sendern gefördert werden.

Was denkt ihr dazu? Ist es einfach deren Erfolg, den sie sich hart erarbeitet haben und damit verdient haben, oder meint ihr, dass einige Bands sich ausverkauft haben, massenkompatibler Musik machen um endlich mal groß rauszukommen und auch mal von ner breiten Masse gehört zu werden / ordentlich Kohle zu verdienen, oder ist das einfach nur ein Entwicklungsprozess, dass sie sich natürlich weiterentwickelt haben, keine Lust mehr auf den alten Kram hatten und somit einfach nur da "gestrandet" sind wo sie jetzt sind?

Mal so als Beispiel... Project Pitchfork, letzte CD hab ich mitm dicken Aufkleber kopiergeschützt von nem Major gesehen, Touren wurden von Viva II gesponsort.. Erfolg oder ausverkauf?
Wolfsheim, früher eher ruhig und melancholisch, nun eher kompatibler Synth Pop, Videos laufen auf Viva, waren CD Tipp bei Pro7... Entwicklung, oder Absichtliche Kompatiblität?
Apoptygma Berzerk, die Harmonizer hab ich gehört war in den Viva Dance Charts, das Video von End of the World hab ich ebenfalls schon mal beim durchzappen auf Viva gesehen... Keine Lust mehr auf alten Kram, oder einfach der Wille auch breites Publikum anzusprechen?

Dies waren jetzt nur so einige Beispiele die mir so aufgefallen sind. Ihr kennt sicher noch bei weitem mehr... Was denkt ihr? Wann fängt für euch der Ausverkauf an? Wann ist es dr verdiente Erfolg jahrelanger Arbeit und wann denkt ihr ist es einfach nur ne natürliche Entwicklung gewesen? Was haltet ihr von sowas, auch im Bezug auf die Szene? Findet ihr es gut, oder schlecht, oder bei einigen gut, bei anderen weniger?

Würde mich mal so interessieren...

Gruß
Bear
data-morgana
hmm...ich denke dieses ganze palaver um ausverkauf ist so einfach nicht zu beantworten. die breite masse fängt an musik zu machen, weil es ihnen spaß macht (okay...es gibt genug andere beispiele wo es von anfang an nur um kohle geht. aber diese musiker sind hier nicht das thema!!). irgendwann kommen viele bands einfach an einen punkt, an dem sie sagen "okay, wir rödeln jetzt seit X jahren in kleinen clubs rum. von der musik leben können wir nicht. aber so ein major deal...das wärs jetzt! dann können wir uns zurücklegen!". tja, und dann steht der major mit nem knebelvertrag vor der tür und sagt "hey, wir zahlen euch X euro! aber dafür müsst ihr eure musik anpassen!". ich hab vom musikgeschäft nicht so die ahnung, aber ich denke es gibt genug bands, die in diesem moment dem major in den hintern treten, weil sie sich sagen: wir machen lieber weiter die musik wie sie uns gefällt und nicht wie irgendjemand sie gerne hätte um mit uns die kohle zu machen. kleine labels gibt es wie sand am meer.

andereseits gibt es aber eben auch die variante, bei der die bands einfach (trotz major deal) groß geworden sind. ich kann eben nur für die schrammelgitarrenfraktion sprechen, aber als beispiel mal: rage against the machine, korn und queens of the stone age. alle haben demos verschickt und nen major einkassiert. okay...ratm haben nur eine gute und korn haben mit der dritten auch abgebaut, aber sie waren sozusagen zur rechten zeit am rechten ort. die musik der bands ändert sich auch ohne majordeal. manchesmal zum guten manchesmal zum schlechten. ohne veränderung würde man ihnen vorwerfen sie wären wie modern talking wenn eine band mit einem entsprechenden vertrag leben kann, ist es doch okay.

und als dritte variante gilt natürlich: daß das label mit der band groß wird. wer würde "sub pop" kennen wenn sie nicht nirvana unter vertrag gehabt hätten? richtig: außerhalb von seattle so gut wie kein schwein!

cya
data
Major Toht
Generell denke ich, dass der Unterschied zwischen reinem Erfolg und totalem Ausverkauf nur ein sehr schmaler Grat ist:

Bei Pitchfork und Wolfsheim denke ich mittlerweile fast, dass es auf letzteres hinausläuft: Selbstverständlich gönne ich beiden Bands ihren Erfolg, aber ich habe eben das Gefühl, dass der Erfolg sie "verändert", was Kompatibilität angeht: Haben sie früher (gerade PP) noch Musik gemacht, bei der 95% der VIVA-Kids weggeschaltet hätte, so klingen die Songs momentan einfach massenkompatibel. Ich habe da nichts gegen, mir ist das eigentlich egal, aber man sollte schon seiner Linie treu bleiben. Fadenscheinige Argumente wie "Wir haben uns weiterentwickelt" (ah ja, plötzlich mit dem Majordeal kommt die Weiterentwicklung???) oder "Wir mussten mal was neues machen, damit die Band bestehen bleibt" (oh, also stand sie kurz vor Abschluss des Majprdeals vor der Trennung???) kann ich hingegen nicht nachvollziehen: Beste Beispiele hierfür: Paradise Lost und Co. Ich kann mich noch gut dran erinnern, als ich damals zum ersten mal die "Gothic" hörte. Mann, das war Musik, das war ein völlig neues Genre. Das Album wurde populär, und schon der nächste Longplayer "Shades of God" klang ein wenig kompatibler. Nun, was PL heute fabriziert, will ich nicht näher erläutern, ich kann nur sagen, dass es genug Bands gibt, die Depeche Mode imitieren, PL sollten da nicht reingehören...

Anderes, noch besseres Beispiel: Metallica. Die Jungs haben früher (bis 1990) ja sowas von gerockt. Mann, wenn ich an Konzerte oder auch nur die Alben zurückdenke, das war schon hammerHART, im wahrsten Sinne des Wortes. Ebenso erinnere ich mich noch, als das schwarze Album rauskam. Ich war grad in Frankreich im Urlaub und ein Bekannter kaufte sich direkt das Tape. Wir haben es uns bei viel Bier am Strand abends angehört und beide beinahe gekotzt. Das klang ja mal nur noch schlecht im Gegensatz zu den alten Sachen. Ich hab nix gegen "Nothing else matters" und die Tatsache, dass das bei MTV rauf- und runter gedudelt wurde, aber wie kann eine Band sich innerhalb eines einzigen Albums um 180° drehen? Das ist mir bis heute unverständlich. Nun, Metallica haben den Stil ja (bis zum aktuellen Album) beibehalten, die Haare kamen ab...argh...das war nicht mehr Metallica...das war...Müllica oder so, ich fand es grottig. Das ist eben das Phänomen "Trend-Following", und da sind Metallica Meister drin: Seit 2 Jahren schwappt Nu-Metal ja ohne Ende über uns, ich hab mal in das aktuelle Album reingehört, welches ja wieder als "hart" angepriesen wurde. Hätte ich nicht gewusst, dass das Metallica sind, hätte ich spontan an irgendeine Nu-Metal-Band gedacht...schade! Ich denke, seinen Stil "zwanghaft" an die Massen anzupassen, ist der falsche Weg, der erste von zweien!

Der andere ist der, wenn man als "kleine" Band zwanghaft versucht, erfolgreich zu werden. Beispiel hier: Tanzwut. Wie Ihr sicherlich alle wisst, mag ich die Band sehr, so lese ich auch regelmässig auf deren Webseite das Forum. Einige Wochen vor dem Release des aktuellen Albums "Ihr wolltet Spaß" postete einer der Musiker ins Forum, jeder, der das liest, möge das Album kaufen, man solle auch all seinen Freunden und Bekannten, Tante, Oma, und und und Bescheid sagen, das Album zu kaufen, damit Tanzwut in die Top 100 kämen. Hallo? Als ich das gelesen habe, habe ich erstmal nen deftigen Text dazu geschrieben, denn: Entweder die Leute kaufen das Album so, also freiwillig, und Tanzwut gelangen so eben in die Charts (was ich ihnen sicherlich gegönnt hätte), oder aber eben NICHT! Ich meine, entweder, es klappt auf natürlichem Wege, oder aber man muss bis zum nächsten Album warten. Tanzwut haben aber wohl damit gerechnet, mit dem aktuellen Werk großen Erfolg zu haben, und das hört man ihm auch an: Ich finde das Album gut, ja, aber man merkt, wenn man die beiden Vorgänger so ausgiebig kennt wie ich, schon große Unterschiede und vor allem ein stark gesteigertes Mass an Kompatibilität. Ich find sowas schade...naja, wollen wir mal hoffen, dass nicht noch mehr Bands auf diesen Trip gelangen...ich gönne jedem seinen Erfolg, und auch, wenn er auf MTV oder sonstwo gespielt wird, aber man sollte sich treu bleiben, denn sonst - siehe Paradise Lost - verliert man ein Gros der alten Fans!
data-morgana
warum ist immer gleich die rede von ausverkauf wenn eine band sich musikalisch entwickelt? bands machen musikalisch ebenso eine entwicklung wie jedermann in seiner persönlichen auswahl. mal so als krasses beispiel: mir hätte vor 10 jahren mal jemand sagen sollen, daß ich mal "techno" höre (ich meine damit die anspruchsvolleren dinger, die nicht unbedingt auf MTVIVA laufen). heute steh ich da feiere z.b. aphex twin und cosmic baby!

die entwicklung hängt nicht am plattenvertrag. schönes beispiel: die von mir immer und immer wieder in höchsten tönen gepriesenen NEUROSIS *auf die knie fall und verneig*.
die jungs haben von der ersten single an ihr ding auf ihrem eigenen label durchgezogen. die beiden ersten platten sind billigster banaler NYHC. imho nichtmal ansatzweise gut. aber mit der dritten platte haben sie ein völlig neues ding aufgezogen (meine schublade dafür nennt sich "pathos-kacke"). sie sind nicht wirklich erfolgreich damit, aber sie haben einen namen. und sie haben mit sicherheit einige fans der ersten stunde damit verscheucht. hinter ihrer wandlung steckt einfach die lust andere musik zu machen (zusätzlich noch projekte in selber besetzung unter anderem namen, solo projekte einzelner leute). warum wird die lust sich zu entwickeln von den fans der ersten stunde eigentlich grundsätzlich als verrat hingestellt. ohne weiterentwicklung wird es irgendwann langweilig und der stillstand wird von den fans der ersten stunde genauso angeprangert "bääh, scheiß platte. klingt ja wie die letzte".

cya
data
Major Toht
Eine Weiterentwicklung an sich ist ja auch nicht schlecht, und sogar förderlich, dessen bin ich ebenfalls sicher und das finde ich auch gut, denn es muss sein.

ABER: Eine 180°-Drehung binnen einen Albums, wie manche Bands sie vollziehen, kann ich nicht verstehen! "...an justice for all" von Metallica war noch ein echter Knaller, das schwatte Album fand ich dann schon ziemlich bescheiden, mal ganz davon ab, was "Load" und "Reload" dann brachten...

Bei Paradise Lost ging der Trend stetig in Richtung "Soft", wer also am Ball geblieben ist, fand auch die Alben nach "Shades of God" noch gut. DAS ist noch Weiterentwicklung im eigentlichen Sinne. Ich kann es bei Bands - bleiben wir hier mal bei Metallica- nur einfach nicht nachvollziehen!

Sicher, auch kommerzielle Musik kann sehr gut sein, ich bezeichne mich nicht als jemanden, der diese Musik, weil sie eben nicht aus den schwärzesten Tiefen des Underground kommt, nicht hört. Und ich muss ja auch sagen, dass mir aktuelle ALben von PP und Wolfsheim nach wie vor gut gefallen! Ebenfalls kann ich nachvollziehen, dass Bands Geld verdienen wollen! Nur finde ich es kacke, wenn die Bands dafür Ihren "Spirit" aufgeben, um sich an Bedingungen im Vertrag zu halten.

Massenkompatibilität: Kein Thema, ich hab nix dagegen, nur mag ich es nicht, wenn Bands ihre Seelen verkaufen, um an mehr Kohle zu kommen!
data-morgana
hmmm...verkaufen sie denn ihre seele wenn sie einen vertrag unterschreiben, der ihnen ihre künstlerische freiheit lässt? diese 180grad drehung von metallica: stell dich mal in nen plattenladen und hör in "pain of mind" und dann in "souls at zero" von neurosis rein. pain is die zweite souls die dritte (wenn die pain of mind nich da is kannst auch in word as law hören). es ist ein und dieselbe band. aber es sind mehr als 180 grad...es sind 359....also warum anderen bands eine freiwillige drehung um 180 grad absprechen?

cya
data
Major Toht
Ganz einfach: Weil ich nicht nachvollziehen kann, dass Bands sich von jetzt auf gleich so sehr wandeln KÖNNEN!

Es mag sicherlich Ausnahmen geben, ich kenne Neurosis nicht, aber gerade bei Bands wie Metallica, die ja schon zu Speedmetal-Zeiten eine DER Größen waren, verstehe ich es nicht. Sie sind sich doch der Masse an Fans, die sie haben, durchaus bewusst. Und welcher Punkt kann da auf einmal eine solche Drehung rechtfertigen? Das liebe Geld, wenn Du mich fragst!

Das Prob ist meiner Meinung nach, dass die bands oftmals eben KEINE künstlerische Freiheit mehr haben, wenn sie einen Majordeal signen! Die Plattenfirmen, die die Bands gekauft haben, wollen auch verdienen und gerade die Majors nicht zu knapp! Es wird in solchen Verträgen also sicherlich Einschränkungen der Freiheit geben!

Stell Dir folgendes vor: Eine bis dato schon recht bekannte Pop-Band kriegt nen Vertrag in einem Majorlabel. Im Vertrag sind keinerlei Einschränkungen drin, was künstlerische Freiheit anbelangt. Auf einmal kommt die Band auf die Idee, Deathgrind zu spielen. Selbst die harten Fans werden in dem Moment würgen, die Plattenfirma wird nen riesigen Hals kriegen, usw!

Ich denke, es ist in großem Mass davon abhängig, was für eine Art Musik gespielt wird: Obiges Beispiel wird der Band zwar eine neue Fanschar bescheren, allerdings sind die Deathmetaller ja eher rar gesät im Gegensatz zur kaufkräftigen Teenieschaft. Dementsprechend MÜSSEN meiner Meinung nach Majorbands sich gewissen Auflagen beugen, die das Label an sie stellt...leider...

Und, um nochmal auf Metallica zurückzukommen: Es gibt Bands, die sind froh, wenn man über diverse Tauschbörsen die Songs zieht. Manche sind zwar nicht erfreut darüber, aber bleiben still. Und Metallica? Haben pro Nase bereits zig Millionen aufm Konto und wettern heftigst gegen Napster, wie es damals ja der Fall war. Spätestens in DEM Moment hatten die Jungz bei mir verloren...
data-morgana
ja nein vielleicht aber auch doch okay...es ist für aussenstehende (und ein solcher ist man eben aks fan) schlicht und einfach nicht nachvollziehbar, jedenfalls wenn man keine gedanken lesen kann aber man möge den bands doch verzeihen. träumen wir nicht letzlich alle (die einen mehr die anderen weniger) davon leben zu können OHNE aufs geld achten zu müssen. die entscheidung einen major zu singen liegt im ermessen der band. niemand unterschreibt einen vertrag ohne sich im klaren zu sein, was es für einen selbst bedeutet. will sagen: die band weiß, daß sie ihren stil anpassen muss. sie weiß aber auch, daß sie damit fans vergrault (schließlich haben sie mit sicherheit anderen bands auch den ausverkauf vorgeworfen!!). kann die band auf alte fans verzichten und mit den einschnitten in die künstlerische freiheit leben, wird sie den vertrag unterschreiben. kann sie es nicht, wird sie weiterhin demos produzieren und in kleinen und kleinsten clubs und hallen spielen.

neues beispiel: prong haben unter sony ihre beiden besten platten gemacht.

cya
data
Major Toht
Ich sag ja, dass ich es (fast) jeder Band gönne, Geld zu verdienen, gar keine Frage. Der Punkt ist nur eben der, dass viele dafür ihre Seele verkaufen, die Roots (als weitläufiger Begriff inkl. Weiterentwicklungen) hinter sich lassen und quasi etwas gänzlich neues machen. Für mich ist das in vielen Fällen "Verrat" (überspitzt) an den Fans! Mann, ohne diese Fans hätte die Band nie nen Majordeal bekommen, weil sich kein Majorlabel je für sie interessiert hätte! That's the point!

Prong kennich nicht, hab sie zwar mal vor zig Jahren live gesehen, aber da war ich schon zu blau...
Uziel
Moin...

Also, daß ein Majordeal nicht unbedingt die Band umkrempelt, das sehe ich auch so.

Wenn eine Band diesen Deal bekommt, und sich weiter im "normalen" Rahmen bewegt und sich weiterentwickelt ist doch alles im Lot. Es wäre auch ziemlich eintönig, wenn es in dem Stil einer Band keine Veränderungen geben würde. Wenn jedes Release nach dem selben Strickmuster läuft, dann wird es ziemlich eintönig.

Was ich aber auch nicht nachvollziehen kann, und da denke ich, will Christus drauf hinaus:
Wenn eine Band sich bewusst in eine Richtung verändert, nur!!! um den Major-Labels zu gefallen und einen Vertrag zu bekommen. Also völlig aus ihrem Rahmen fallen und sich in eine Richtung entwickeln, die sie zuvor grundlegend abgelehnt haben.

Das die Musikindustrie und auch viele "Artisten" die Musik nur noch als Lizens zum Gelddrucken sehen und nicht mehr als "Medium" und somit auch keine Überzeugung mehr in diese Musik bringen, daß finde ich auch sehr bedenklich. Zumindest für mich sollte Musik auch immer etwas "transportieren". Und dieses fehlt mir eben bei den Produktionen, die von ihrem ganzen Aufbau nur dazu bestimmt sind, sich möglichst oft zu verkaufen.

Genau dieses Verhalten wird aber ja leider momentan von den Labels gefördert und fast ausschließlich propagiert. Es werden nicht mehr Bands und Künstler gesucht, die mit ihrem Produktionen gut sind, sondern es werden neue Bands zusammengewürfelt nur zu dem Zweck für ein, maximal 2 Alben richtig Geld zu machen.

Und mit dieser Methode werden wir ja, dank "Deutschland sucht den Superstar" und wie sie alle heißen genug gequält.

Eine Band die dank einem Album oder auch ihrem Gesamtwerk einen guten Vertrag bekommen. Kein Problem. Gönne ich ihnen. Und ich habe auch kein Problem sie zu hören, oder mich dazu zu bekennen, selbst wenn ihre Videos auf MTV laufen, oder in den Charts sind.

Aber "Werke" die nur darauf ausgelegt sind, Geld einzuspielen, ohne den Stil oder die eigentliche Orientierung des Interpreten wiederzugeben:
Sch***** für die Massen...


Judas
data-morgana
naja...ne form von verrat ist es. das muss ich ja zugeben. und ich bin auch nicht immer davon begeistert, was manche bands für einen output haben wenn sie plötzlich nen major haben. aber ich kenne eben auch die seite der bands. ich kenn nen haufen wirklich gute bands. jahrelang rackern sie sich im proberaum ab, verschicken demos, organisieren ihre gigs auf eigene faust u.s.w. irgendwann kommt bei vielen einfach der punkt an dem sie sagen, sie hätten jetzt eben doch gerne mal was zurück für all ihre mühe. bei der musik ist es wie "im normalen leben": manchmal muss man abstriche machen um etwas zu erreichen. und man macht diese abstriche wenn man damit leben kann. im fall von bands sind diese abstriche eben gewisse vorgaben seitens der alleseits beliebten musikindustrie und so lange der abstrich nicht heißt: "hey, ihr bekommt euren major nur wenn ihr euch von bohlen produzieren lasst" kann ich damit leben. ich muss mir doch die platten nicht kaufen

kurz: manche band macht einfach zufrieden so weiter wie bisher, die andere macht besagte abstriche an die industrie und wieder andere lösen sich irgendwann in wohlgefallen auf...

cya
data
Guardian
Ich sehe darin sogar einen guten Aspekt:

Wenn Bands in den Major-Bereich "abwandern", hinterlassen sie eine Lücke, die dann wieder von neuen Bands mit neuen Ideen gefüllt wird.
So bleibt das Ganze zumindest lebendig.

Ansonsten bleibt mir nur der Verweis auf die generelle Musikrichtung (übergreifend): Indipendent.
Uziel
Natürlich "verzeihe" ich es Bands, wenn sie ihren Stil anpassen. Die Bands müssen schließlich auch von ihren Produktionen leben. Wenn sie das nicht mehr können, dann gibt es auch die Band nicht mehr. Und das ist wohl nicht im Interesse von uns.

Darum ging es mir ja auch nicht. Nur um eine Totalverdrehung mit dem Zweck einen Maor-Deal zu erlangen. Wenn von der Band und ihren ursprünglichen "Zielen" nur noch der Kommerz überbleibt, dann stört es mich.Das ist Ausverkauf...



Gruß,

Uziel
data-morgana
@guardian: ich denke eigentlich nicht, daß bands in die majorecke wandern müssen, damit neue nachrücken. der platz im pop-olymp ist nicht auf X bands beschränkt es ist einfach traurig, daß es mittlerweile soweit ist, daß bands nur in dem moment von der musik leben können, an dem eine große große marketingmaschine eingreift. es gab zeiten, da wurden platten gekauft weil man sie gut fand und nicht weil ein x beliebiger radio oder tv sender einem gesagt hat, daß man sie gut zu finden hat. aber um diese gelddrucklizenzen geht es doch hier weniger. das deutschland den superstar und nicht den super goth sucht ist wohl unbestritten. über die casting grütze brauchen wir doch hier, in einem forum denkender wesen, nicht diskutieren. da wären wir im rtl forum besser aufgehoben.

definiere bitte: indipendent!! musikstil???

cya
data
Bear
Indiependent ist eigentlich per Definition das was nicht von den Majors kommt... PP, Deine Lakaien und so sind also eigentlich kein Indie mehr, denn sie sind bei den Majors untergekommen.

Bear
Guardian
Zitat:
Original von data-morgana

definiere bitte: indipendent!! musikstil???



Für mich ist seid den 80er (jap, bin schon ergraut ) Indiependent-Musik alles, was damals von Wave über EBM bis zu Punk war (heute auch Noise, daß früher Industrial hieß, harter EBM, der heute Industrial heißt, Gothic der früher Wave war etc.)

Die liebe Zeitschrift "Zillo" hieß mal ganz früher "Zillostrierte - Zeitschrift für Indiependent Musik".

ICH meine damit das ganze Spektrum der "Underground"-Bands, die noch am ehesten als unabhängig bezeichnet werden können.
data-morgana
jeder der mit dem begriff "indiependent" noch irgendwie was anfangen kann, ist bereits angegraut da nehm ich mich ja nicht aus. war auch eher eine rhetorische frage um mal zu sehen, wie andere diesen begriff definieren.

was mich zur nächsten frage antreibt sagen wir mal grob es gibt 3 varianten. DIY, indie und eben major. wo hört indie auf und wo beginnt major? konkret: wo wäre das legendäre rough trade label einzuordnen. um mal ein label beim namen zu nennen, das entweder in der oberen indie liga oder der unteren major liga spielt wurde sub-pop durch nirvana vom indie zum major? fragen über fragen

cya
data
Guardian
Um mal auf eine weitere rhetorische Frage doch zu antworten:

Der Unterschied zwischen Indie und Major ist für die Absicht, die beim Veröffentlichen von Platten steht: Ist es ein Studio, daß 'gute' Musik unters Volk bringen will, und zusieht, daß das irgendwie finanzierbar bleibt und wenn mal mehr Leute als erwartet eine Scheibe kaufen bildet das eine Rücklage, da auch mal Flops dabei sein können. Oder ist es ein Label, daß nach Bands schaut, wovon sie sich guten Umsatz versprechen und die Musik nur Mittel zum Zweck (Geld verdienen) ist. Ich glaube, daß das nicht nur mit der Größe der Plattenfirma zu tun hat, sondern mit der Einstellung der Verantwortlichen, klar, bei größeren Labeln hängen mehr Arbeitsplätze dran, da geht man weniger Risiken ein.
data-morgana
na aber läuft es nicht in jeder firma darauf hinaus, ein produkt anzubieten, das möglichst viele kaufen? als konsequenz sucht sich jedes label bands, die die macher für gut genug befinden um damit geld zu verdienen. die wenigsten menschen arbeiten für ihre ideale (jedenfalls nicht auf dauer)! die sogenannten indies sind also nur indie, weil sie nicht genug künstler mit durchbruch unter vertrag haben...behaupten aber: "wir machen das aus prinzip" sorry...aber irgendwie fällt es mir schwer an diese höheren ziele zu glauben. ich hab so ne wandlung (also quasi vom indie zum major) bei ner booking agentur miterlebt. irgendwann siegt der ruf des geldes über die ideale....zumindest wenn man von den idealen nicht so leben kann wie man es sich vorstellt.

cya
data
Guardian
Das mit dem Ruf des Geldes kenn ich...

Zitat: Wer in der Jugend nicht eher links ist, hat kein Herz und wer im Alter nicht eher rechts ist, hat keinen Verstand.

Deswegen glaube ich ja, daß es auch sein gutes hat , wenn immer wie neue Bands (noch mit Idealen, evtl.) nachkommen. Ein Rest Idealismus sollte schon bleiben, sonst sind wir das Gleiche wie die Mainstream-Kultur, nur halt mit anderen Liedern.