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Die Faszination des Bösen

Madarkar
Das Thema mag vielleicht banal und nicht besonders tiefgründig erscheinen, aber ich stell es hier trotzdem einfach mal herein und hoffe auch, daß es hier irgendwo nicht schon einmal da war...
Ich denke mal, daß man evtl. darüber schon ein wenig philosophieren kann, oder?
Wollte einfach mal wissen wie ihr darüber denkt, was der Grund eurer Meinung nach dafür ist, daß das Böse wie z.B. der Bösewicht in einem Film, oder das Böse in der Kunst oder die Darstellung des Bösen, der dunkelsten Gedanken, des Schlechten in Gedichten oder einfach düsterer Musik meißt interessanter erscheint als das Schöne, Fröhliche und Gute und weltweit seine "Fans" hat.
Es ist so etwas was jeder in einer gewissen Hinsicht versteht, aber meist nicht so genau erklären kann.
Warum übt das Böse eine Faszination aus? - Was ist eigentlich das Böse?
Ist denn überhaupt das "Böse" was uns fasziniert böse?
Wo ist der unterschied zwischen dem was uns fasziniert und was uns entsetzt?
Und was ist der genaue Unterschied zwischen Gut und Böse - wer hat das überhaupt festgelegt was was ist? Ich denk mal die Gesellschaft.
Vielleicht gibt es ja beides überhaupt nicht, sondern ist nur ein Produkt der jeweiligen Gesellschaft.
Was in der einen Gesellschaft was ganz normales ist, kann in der anderen schon was schlechtes sein - ich denke, daß es einfach was mit Glauben zu tun hat.
Gewiss will niemand in einer trostlosen grauen Welt, in einer Welt von Gewalt, Mord und Todschlag, in Armut, Krankheit und in ständiger Angst oder im Krieg leben, sondern stellt sich in seinen Träumen etwas ganz anderes vor, man träumt von einem ganz anderem Zusammenleben und strebt eigentlich nach einer besseren Welt, aber trotzdem beflügelt das Böse immer wieder die Fantasie von doch sehr vielen Menschen auf der ganzen Welt, besonders bemerkbar macht es sich ja bei Autoren, Regisseure, Dichter, Künstler, usw. - mich eingeschlossen.
Vielleicht wird ja das Gute auf dauer langweilig?
Was veranlasst einem dazu z.B. ein Zombiefilm oder Splatter zu drehen und warum schaut man sich so etwas eigentlich gerne mal an?
Meißt denkt man ja da nicht genauer drüber nach...
Jedenfalls was mich betrifft konnte ich nie immer nur Blumen und andere schöne Dinge malen, und selbst wenn ich z.B. auch gerne weibliche Akte gemalt habe glitt mein Stil immer wieder ins Düstere, empfinde das selbst aber nicht als was schlechtes.
Woran das nun eigentlich liegt - keine Ahnung...
Vielleicht sind es ja Gefühle wie Zorn und Hass, oder eine gewisse Unzufriedenheit die man statt an anderen auszulassen kreativ nutzt und so dann abbaut?
Das ist doch dann eigentlich wieder was Positives, oder?

Naja, das soll hierzu erstmal alles gewesen sein...

Jetzt bin ich erstmal gespannt auf eure Antworten!

Noch schöne Grüße!
black_velvet
Wer böse ist fällt auf. In Filmen oder anderem gibt es meist nur einen bösen Protagonisten und viele 'Gute'. Was die Guten machen ist ja meist uninteressant da es ja 'gut' ist und man sich darüber keine Gedanken macht.

Ähnlich ist es im täglichen Leben fällt mir oft auf. Wenn ein Mensch der immer nur lieb ist, Gutes tut einmal sich durchsetzt oder daneben greift wird im dieses sehr übel genommen. Für die guten Sachen gibts nach einer weile keinen Dank mehr.
Ein böser Mensch, der sich nicht um andere kümmert wird aber hoch gefeiert wenn er einmal für andere einsteht etwas Gutherziges leistet.

Gut und Böse sind von uns Menschen festgelegte Begriffe. In der Natur gibts es diese nicht. Wenn die Schlange die Maus frisst ist sie nicht böse. Sie ernährt sich einfach und sorgt für das natürliche Gleichgewicht.
Unter den Menschen gibt es bestimmte Moralvorstellungen, z.B. bei der Kirche- Wer an sie und Gott glaubt ist gut, alle anderen sind böse.
Antaia
ich glaube nicht, dass menschen das böse allgemein intressanter finden. viele menschen mögen lieber das gute und die schönen seiten des lebens. ich denke das ist einfach eine sache der einstellung und sichtweise. jedoch erregt es bei allen aufmerksamkeit, weil es etwas ist, wovor man sich evt. fürchtet.

zu den filmen.. natürlich gibt es in allen filmen und so das "böse", aber am ende gewinnt doch meistens das gute. jedoch muss es diesen konflikt geben um überhaupt spannung erzeugen zu können.
ausserdem könnte es das eine ohne das andere gar nicht geben, weil eben immer ein gegenspieler exestieren muss.

ich denke allgemein ist gar keine handlung von vorherein gut oder schlecht, es kommt nur drauf an, wie wir menschen das interpretieren. wir menschen interpretieren eh zu viel. etwas ist nicht böse, weil es jemand getan hat und jemand anders sich dachte "so ist das aber einfach nicht in ordnung". die menschen haben angst davor, dass es ihn selbst zustösst und darum nennen sie es böse und schlecht, um sich selbst vor etwas zu schützen bei dem jeder einzelne selbst von sich auch wahrscheinlich kein problem hätte es jemand anderem anzutun.
nur haben sich diese vorstellungen in der gesellschaft eingebrannt und werden allen aufgezwungen und wer sich eine eigene meinung darüber bildet, die nicht der allgemeinheit entspricht ist ein psychopath oder sowas..

irgendwo finde ich allgemein unsere gesellschaft sehr absurd und zu zwanghaft, aber leider ist sie die vorraussetzung für unseren fortbestand und wird sich nicht einfach auflösen, womit jeder irgendwie in ihr gefangen ist.
Silencio
das Böse wird nicht von moralischen oder anderen menschengemachten Regeln eingegrenzt, es ist wirklich frei.
black_velvet
Ich denke aber auch dass es das sogenannte 'Böse' geben muß, damit überhaupt 'Gutes' existieren kann.
Lady Morgia
Das jemand etwas als böse erklärt, macht ja die Sache erst interessant. Für mich gibt es nichts böses an sich, denn alles neue und unbekannte ist erstmal böse, weil es altes infrage stellt. Der Mensch als Gewohnheitstier liebt keine Wege außerhalb der Spur. Abweichungen verunsichern und werden wohl deshalb mit vorliebe als böse eingestuft.