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Sterben auf Verlangen
MacClaus
Der Fall der Koma-Patientin Terri Schiavo erregt ja nicht nur in den USA die Gemüter!
Ich finde es so was von verlogen, dass Mr. Bush seinen Urlaub unterbricht (was er sonst eigentlich nie tut!) um ein Gesetz zum Erhalt des Lebens zu unterzeichnen,,,um die moralischen und konservativen Werte zu stärken... das damit faktisch ein Eingriff in die Souveränität der Gewaltenteilung erfolgt ist, ist noch viel schlimmer!!! Unter einem liberalen Amerika stelle ich mir was anderes vor!!!
Und jetzt gehen hier schon die Diskussionen los... wie denkt Ihr darüber?
black_velvet
Mir gehts es dabei nicht vordergründig um den politischen Aspekt.
Ich finde es viel schlimmer, das in den freien Willen der Betroffenen und ihrer Familie eingegriffen wird.
Ich bin sowieso für die Möglichkeit der Sterbehilfe.
Moral hin oder her, jeder sollte das Recht haben in Würde zu sterben.
Still.Unholy
es ist halt die frage, was ihr wille wäre.
so weiterzuleben oder zu sterben.
weiss man wieviel man in einem wachkoma noch mitbekommt wenn man etwas mitbekommt und wie die chancen sind, das man wieder aufwacht?
Lyssa
ich dächte, sie hat dies mit ihrem man vorher beredetet und sie wolle nicht künstlich am leben erhalten werden?
black_velvet
Also ich hab gelesen, dass es ihr ausdrücklicher Wunsch war nicht weiter künstlich ernährt zu werden. Ihr Ehemann kämpft deshalb um die Sterbehilfe.
Lyssa
na dann versteh ich den aufstand nicht. wenn es ihr wille ist/war. tja, aber leider ist ein wunsch kein schriftliches Dokument.
Uziel
Tja, ich bin da jetzt vorsichtig mit einer Bewertung.
Leider kann man durch die Presse ja nicht wirklich fundiert sagen, ob es jetzt der Wille der Frau war, der Mann ein "Problem" lösen möchte, oder die Eltern nicht loslassen können...
Uziel
PS:
Als Ergänzung dazu mal:
| Zitat: |
Endgültig: Schiavo bleibt von Versorgung getrennt
Washington/Atlanta - Das Bundesberufungsgericht in Atlanta (US-Bundesstaat Georgia) hat am Mittwoch den Antrag abgelehnt, die künstliche Ernährung der Koma-Patientin Terri Schiavo wieder aufzunehmen. Dies berichtete der US-Nachrichtensender CNN.
Die Entscheidung des dreiköpfigen Gerichts fiel den Angaben zufolge nach einer Nachtsitzung in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) mit zwei zu eins Stimmen. Terri Schiavo liegt seit 15 Jahren im Wachkoma. Ihre Eltern Mary und Bob Schindler hatten das Gericht angerufen, um den Tod ihrer 41- jährigen Tochter durch Verhungern und Verdursten zu verhindern. Schiavos Ehemann will das Ende der künstlichen Ernährung durchsetzen und gibt an, damit den Willen seiner Frau durchsetzen zu wollen.
Die ganze Nacht hatten Befürworter und Gegner einer Fortsetzung der künstlichen Ernährung von Schiavo vor dem Gericht in Atlanta demonstriert. Nun suchen die Eltern der Patientin eine Entscheidung in der nächsten Gerichtsinstanz. Ärzte rechnen damit, dass Schiavo zwischen einer und zwei Wochen nach der Beendigung der künstlichen Ernährung sterben müsse. Diese war nach einem ersten Gerichtsbescheid am Freitag beendet worden.
© dpa - Meldung vom 23.03.2005 09:27 Uhr |
blackened_soul
Naja, Hauptsache Bush behält bei seinen konservativen Lieblingswählern den guten Ruf, nech?!
Es ist schon alles scheiße geregelt mit Sterbehilfe und so... Und überhaupt, dass z.B. in solchen Komasituationen oft gegen den eigentlichen Willen des Betroffenen gehandelt wird...
MacClaus
Das Schicksal dieser Frau ist bedauerlich, aber mir geht es eigentlich NICHT speziell um diese Person, sondern das Mr. Bush diesen Fall dazu benutzt ein Sondergesetz zu verabschieden und damit "willkürlich" die Rechte der freien Willensentscheidung beschneidet.
Es wird noch so weit kommen, dass eine Patientenverfügung nicht mehr wert ist als die Tinte auf dem Papier! Die Bundesärztekammer sieht die Lebenserhaltungsmaßnahmen IMMER noch als 1. Ziel an..... und das spricht Bände
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,347874,00.html
Lady Morgia
Da sprichst du mir aus dem Herzen, wer sonst sollte denn verantwortlich für solche Maßnahmen sein, wenn nicht jeder selbst. Daß sich ein "Politiker" spontan zum Eingreifen genötigt fühlt, ist für mich ein Hinweis auf die komplette Überstülpung durch den Staat. Um den Angehörigen der Opfer des Amokläufers Beistand zu leisten, würde der Urlaub bestimmt nicht unterbrochen werden.
uma-him
Ja genau. So sehe ich das auch. Er soll bleiben wo er ist!
Grundsätzlich bin ich auch für die Sterbehilfe.
Es ist allerdings weiterhin umstritten, was oder vieviel Wachkomapatienten mitbekommen.
Trotzdem, jeder sollte die Möglichkeit haben in Würde zu sterben und wer, wenn nicht die nächsten Angehörigen sollen eine solches "Vorhaben" entcheiden können?!
Satans Child
Also um ehrlich zu sein....
mir verschlägt es die Sprache, wenn ich lese, dass es einem nicht so sehr um das Einzelschicksal geht, sondern um das politische Verhalten von Mr. Bush.
Das dieser Herr nicht ganz das ist, was an der Spitze der "Weltmacht" USA stehen sollte, ist vollkommen indiskutabel.
Mich interessiert sehr wohl das Einzelschicksall.
Die ganze Zeit ist die Rede von Euthanasie, sterben mit Würde, und dem ganzen restlichen "Blabla"
Fakt 1: Die gute Terry fixiert den Menschen, der sich um sie kümmert, sprich sie schaut ihn an,.
Fakt 2: Sie zeigt Emotionen.
Fakt 3 : Sie bekommt Morphium, damit sie die Schmerzen beim Verdursten nicht spürt!
Wer bitte will mir da was von Wachkoma erzählen, solange sie in der Lage ist, oben genannte Dinge zu tun, sprich, sich noch irgendwie ihrer Umwelt mitzuteilen, ist sie nicht einmal katatonisch, und dafür wird man nicht ansatzweise "eingeschläfert" (entschuldigt den Ausdruck, aber DARUM geht es, nicht um Euthanasie)
Warum sollte jemand, der im Wachkoma liegt, also keine Schmerzen verspürt, Morphium bekommen?
Das, was dort in Amiland stattfindet, ist die Diskussion, ob man einen Menschen, der fast garantiert alles mitkriegt, was mit ihm vor sich geht, eiskalt verhungern lassen will, und FUCK! wenn Bush ne Möglichkeit hat, diesem Treiben Einhalt zu gebieten, dann soll er das verdammt nochmal tun!
Meine Meinung,...
Schönen Tag noch
Princess of Darkness
Das Thema beschäftigt mich schon einige Zeit.
Es ist noch gar nicht so genau erforscht was ein Wach-Koma-Patient alles mitbekommt. Meiner meinung nach ne ganze Menge, er ist nur nicht fähig sich bemerkbar zu machen oder zu sprechen.
Ich finde es eine schweinerei, diese Frau qualvoll sterben zu lassén und die ganze Welt schaut zu.
Jeden verbrecher der dort die Todesstrafe bekommt bekommt die Giftspritze und strirbt innerhalb weniger Minuten. Aber die arme Frau muss über Wochen verhungern und verdursten. Dann sollen sie ihr etwas i.v. Spritzen und gut.
Ein paar Freunde von mir und ich meinen allerdings das die Krankenpfleger ihr bestimmt etwas geben immerhin hält sie es schon über 13 Tage und nahrung und Flüssigkeit aus.
Lady Morgia
Hier geht es für mich tatsächlich um Sterbehilfe und nicht um unterlassene Zuwendung und verhungernlassen! Das Problem sind auch die erzchristlichen Eltern, die ja umso christlicher sind, je länger sie "pflegen" können.
deklema
Wenn es wirklich ihr Wunsch war nicht bettlegerisch weiter zu leben dann soll man ihrem Wunsch nachkommen. Was für mich absolut menschenverachtend ist, dass man sie verhungern und verdursten lässt. Kapieren das diese Idioten nicht oder wollen sie testen ob sie vielleicht durch die Schmerzen und den Hunger das Bewusstsein wiedererlangt?
Ich bin generell dafür das man über eine Patientenverfügung (die ich auch schon ausgestellt habe) mitteilt wie man im Ernstfall behandelt werden will. Bei mir steht aber definitiv nicht drin verhungern oder verdursten!
Uziel
| Zitat: |
Washington - Die amerikanische Koma-Patientin Terri Schiavo ist tot. Sie starb am Donnerstag im Woodside-Hospiz in Florida, teilte ein Sprecher der Familie mit. Die Magensonde der hirngeschädigten Frau war am 18. März auf Antrag des Ehemanns entfernt worden.
© dpa - Meldung vom 31.03.2005 17:00 Uhr |
Uziel
Princess of Darkness
Dann hat die Arme endlich ihre RUHE, nach diesem quallvollen-langen Tod. Sie hatte ja auch lange gekämpft, aber irgendwann sind die Reserven aufgebraucht.
deklema
Für mich war das Mord auf Zeit! Hätten sie ihr irgendetwas gegeben das sie schnell einschlafen lässt aber bald 14 Tage ohne Flüssigkeit liegen lassen ist für mich brutal. Da stirbt ja ein Massenmörder mit Todesstrafe angenehmer...
Silencio
tja, das ist halt die dumme "passive" Sterbehilfe
*kotz*
Venefica
Diese Frau hat sich viel zu lange gequält. Vor allem finde ich es eine Sauerei, sie langsam verhungern und verdursten zu lassen.
Das sieht nach großen Qualen oder gar, je nach Perspektive, nach Mord aus. Warum hat man sie dann nicht eher erlöst, wenn sie sowieso sterben soll? Völlig unwürdig.