Hallo erstmal, war lange nicht mehr hier (Uni-Vollstressprogramm). Brauchte nur was, um noch ein bisschen zu trödeln um mich vor Diplomarbeit schreiben zu drücken...
Sorry, dass ich nicht zitiere, aber es gab einfach zu viele Posts auf die ich antworten muss:
@Messiah:
(re: Haschischtote) Noch nie was von Hank gehört, was?
(re: Hanf in der Geschichte Deutschlands) Verboten wurden THC Produkte
1925 auf der Internationalen Opiatkonferenz in Genf, in den USA erst 1937 nach extremer Hetze und Propagandaarbeit von Anslinger und Hearst.
Bis 1925 gab es in Deutschland Zigaretten mit Marijuana (eben dem Knaster) überall legal zu kaufen. Das Internationale Verbot folgte auch eher politischen Gründen, gab es doch damit die Möglichkeit verschiedene Unabhängigkeitsbewegungen in den Kolonien besser zu verfolgen.
@Blade: Finde es ein bisschen schwach, dass du deine Gegenargumente nicht begründen kannst/willst...deine Erfahrungen mögen alle gut und recht sein, allerdings sind sie für den Rest von uns, die eventuell gegenteilige Erfahrungen gemacht haben nicht/schwer nachvollziehbar und tragen (zumindest bei mir) nur dazu bei, alle deine Beiträge als nicht stichhaltig zu übergehen. Gib uns Quellen, Studien, was du finden kannst. Aber der Hinweis auf von dir miterlebte schlimme Schicksale löst bei mir nur ein schwaches Lächeln aus - ich habe auch schlimme Dinge miterlebt (auch mit Drogen, abgestürzte Freunde mit Selbstmord usw.), aber das sind halt nur Anekdoten, und die bringens nu mal nicht als Argument.
Der Angriff auf Messiah ("Koks-für-alle") war auch extrem schwach - Messiah hat das Recht auf Rausch als Disskussionthema aufgestellt und speziell nur die Legaliesierung von THC befürwortet. Das ist die berühmte Holzhammerargumentation - du kannst seine Aussage nicht einfach breitschlagen und pauschalisiereren, und dann hoffen dass man dich noch ernst nimmt (siehe unten)
@Scully: (Re: Cannabisbesitz in Holland) Man wird in Holland (und übrigens auch in Deutschland) keinesfalls rechtlich belangt, wenn man Cannabis in Mengen für den Eigengebrauch besitzt und mit sich führt. In Deutschland konntest du bis August 2002 Probleme mit dem Führerschein bekommen, was meiner Meinung nach Schwachsinn war (bekifft fahren ist natürlich nicht so toll, auch wenn
diese Studie (belegt durch ähnliche Ergebnisse der University of Michigan und dem britischen Transportministerium zwar nicht statistisch signifikant, aber dennoch interessanterweise) zeigt, dass THC-Einfluss Autofahren SICHERER (sogar sicherer als nüchtern!) macht - fahre mittlerweise nicht mehr Auto und kiffe sehr selten, aber aus persönlicher Erfahrung macht es Sinn. Mir kam alles viel schneller vor als es wirklich war und bin dementsprechend langsaam und defensiv gefahren.)
Nun zu meinem Beitrag:
Meiner Meinung nach ist die Illegalisierung (grade von THC) deshalb ein so grosses Problem, weil es
a)die ernsthafte, differenzierte Ausseinandersetzung mit Drogen erschwert. Nach dem Motto:
Staat und Eltern:
Alle Drogen sind hochgefährlich, machen totaaaaal süchtig und alle zu Junkies, die dann irgendwann tot in ihrem Erbrochenen auf der Bahnhofstoilette liegen... Trinkt lieber Alkohol.
15-jähriger, hatte vor kurzem bei der Kommunion den ersten Vollrausch und geniesst grade sein erstes THC:
Wie jetzt, das soll sooo schlimm sein? Na, dann ist der Rest sicher auch nur halb so wild. (Errinert sich zwei Jahre später daran, als ihm ein "Freund" ne Spritze oder Crackpfeife anbietet: Probier ma. Is geil. Neee, da wird man nich sofort süchtig von. *Ich* könnte jederzeit aufhören.)
Ich bin der Auffassung, das ein in einer gut funktionierenden Umgebung aufgewachsener Jugendlicher, mit dem die Eltern und andere Bezugspersonen offen über die Problematik und auch den Reiz von Drogen sprechen (können) und der dementsprechend auch ein halbwegs gefestigtes Selbstbewusstsein besitzt, relativ früh lernt verantwortungsvoll mit Drogen umzugehen - also eventuell auch *nicht* nimmt. (Disclaimer: Natürlich muss jeder seine eigenen Fehler machen und von daher wird es immer welche geben bei denen dass nicht funktioniert. Gibt es aber immer und überall und lässt sich auch mit nix ändern, gerade mit Verboten nicht)
b)Der Gebrauch wird erheblich unsicherer. Einer der gefährlichsten Aspekte bei illegalen Drogen sind die dem User unbekannten Beimischungen und Wirkstoffmengen.
Beispiele:
Die Safehouse/
DanceSafe-Kampagne, bei der vor Clubs Broschüren zum sichereren Gebrauch von Ecstacy verteilt wurden (trinkt genug Wasser, mit welchen Drogen nicht mischen weil Aua und Tot u.ä.) und in Schnelltests die Zusammensetzung von Pillen getestet wurde, um Überdosen und Vergiftungen durch Beimischungen und Nebenprodukte durch unsachgemässe Herstellung zu verhindern ist in Deutschland verboten, hatte aber zum Bleistift in Holland (und auch USA!) grossen Erfolg.
Die Gefahr von Heroin ist, dass sich die Fixer an verschnittenes Zeug gewöhnen und die Dosierung erhöhen. Gibt's dann mal einen Dealer der zu doof (zu ehrlich kann er ja schlecht sein, dann wär er ja kein Dealer) ist, sein Zeug zu verschneiden stirbt der Junkie an Atemlähmung. Ist ja auch keiner da, der ihn beatmen könnte, weil er muss es ja heimlich machen.
Hat der Junge "Glück" und nur schlaue Dealer, dann geht er halt langsam dran zugrunde, weil er sich bei den (durch das für die Dealer hohes Risiko und die, nun ja, starke Nachfrage und hohe Kundentreue) überhöhten Preisen gesunde Ernährung und körperliche Hygiene nun mal nicht leisten kann.
c) Ein Schweinegeld kostet, sowohl durch Polizeiaufwand als auch durch nichtgemachte Steuereinnahmen.
Die Argumente beziehen sich alle hauptsächlich auf THC. Ich bin zwar in radikalen Momenten der Ansicht, dass man ALLE Drogen nach entsprechender Beratung und gegebenenfalls unter ärztlicher Aufsicht bekommen sollte, aber meistens bin ich lichte genug einzusehen dass die härteren, süchtigmachenden Drogen (Heroin, Crack, Kokain) verboten sein müssen.
Bei den Psychedelika bin ich der Ansicht, dass gewissenhafte Aufklärung mehr bringt als eine Hexenjagd (im wahrsten Sinne des Wortes

), welche teuer und ineffektiv ist. Ein verantwortungsvoller Umgang von Menschen, die in Ihrer Persönlichkeit gefestigt sind hat meiner Meinung und Erfahrung nach keine nachteiligen Effekte (Ausser, wie man sieht, der Verstärkung einer Neigung zu schwadronieren), und kann gerade in Therapien sehr effektiv sein (Dazu sucht euch die Quellen bitte selber).
Viel Spass in Leipzig, und Drogen weg von den Fingern!