Also, mir fehlen hier ein bischen die rationalen Argumente der Gegenpartei...
Nehmen wir also das Beispiel Cannabis (und ja, ich bin definitiv
für die Legalisierung, auch wenn ich es schon seit vielen Jahren nicht mehr konsumiere, und es mir eigentlich egal sein könnte).
Die Ansicht einer Mehrheit in der Gesellschaft in Strafrecht umzumünzen ist doch nicht automatisch gerecht: Die Mehrheit bestimmt so, auf welche Weise der Einzelne sich berauschen darf, ohne auf die Gefährlichkeit der gewählten Droge (in diesem Falle Alkohol) zu achten. Sie schränkt also seine Freiheit ein und dieser Zustand ist vollkommen inakzeptabel!
Die Broschüre "Alltagsdrogen und Rauschmittel", herausgegeben im Auftrag des Bundesministeriums für Jugend, Familie und Gesundheit, nennt folgende psychische Störungen, die
Alkohol verursachen kann: "...Schäden auf seelischem Gebiet, Nachlassen des Gedächtnisses, verminderte Leistungsfähigkeit, Depressionen, Angst..." Der Große Brockhaus nennt zusätzlich das Delirium "mit Sinnestäuschungen, bes. opt. Halluzinationen, und mit örtl. und zeitl. Desorientiertheit."
Die entsprechende Bewertung von
Cannabis des Bundesverfassungsgerichts: "Ferner wird beschrieben, daß der Dauerkonsum von Cannabisprodukten zu Verhaltensstörungen, Lethargie, Gleichgültigkeit, Angstgefühlen, Realitätsverlust und Depressionen führen könne."
Die Gefahren psychischer Störungen bei langem Konsum von Alkohol und Cannabis sind wohl vergleichbar.
Nicht so die Gefahren physischer Störungen. Diese sind bei Alkohol bekanntermaßen sehr groß. Bei Cannabis sind sie laut Bundesverfassungsgericht "eher gering" und das Gericht nennt dann auch keine Beispiele. Und dementsprechend gibt es auch keinen belegten Fall eines Menschen, der an einer Überdosis Cannabis gestorben wäre!
Ein Lübecker Gericht kam daher zu dem Schluß:
"das reale Risiko von Cannabis liegt sehr weit unter dem mit Nikotin und Alkohol verbundenen Risiko". Die vom Bundesverfassungsgericht genannten psychischen Gefahren bezeichnet dieses Gericht als "sehr seltene Einzelfälle" "bei langjährigem chronisch-exzessivem Konsum."
Würde es also Cannabis an jeder Ecke zu kaufen geben, dann wäre mir wesentlich wohler dabei, als beim derzeitigen Zustand, wo man die wirklich harte Droge Alkohol unkontrolliert unters Volk bringt.
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Original von ^Blade^
Aber die Sache ist nicht, etwas illegal werden zu lassen womit ich gelernt habe umzugehen, sondern andersrum. |
Zur Information: Hanf war den Germanen schon vor mindestens 2500 Jahren bekannt, und wurde noch bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts (im süddeutschen Raum unter dem Namen "Knaster") konsumiert.
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Original von ^Blade^
Nur weil DU noch keinen gesehen hast, heisst es nicht, das es sie nicht gibt. |
Zeige mir nur einen einzigen Fall... Ich kann dir gerne hunderttausende Fälle von prügelnden Alkoholikern aufzeigen!
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Original von ^Blade^
Ich würde meine Kinder so erziehen, das sie überhaupt kein Verlangen haben, siche ne Tüte zu bauen o.ä. |
Wie willst du das denn erreichen? Durch androhung drakonischer Strafen? Na, Mahlzeit! Durch Aufklärung? Gewiss ein gutgemeinter Versuch! Aber wie will man realistische Aufklärung betreiben, wenn man selbst nur die Unwahrheiten wiederkäut, die einem andere vorgekaut haben? Da verliert man schnell an Glaubwürdigkeit und der Abschreckungseffekt ist dahin!
Auch ich bin recht wohlbehütet aufgewachsen, und habe mir damals wie heute meinen Umgang ausgesucht (den ich mir übrigens nie von meinen Eltern vorschreiben lies), und dennoch kam es, wie es kommen musste. Man hat es probiert, hat gefallen(!) daran gefunden, und es nahm unaufhaltsam seinen Lauf.
Greetz,
Messiah