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Anarchie oder Gefängnis? - Bitte wählen Sie!

darkinferis
Tausende von Menschen treffen sich Jahr für Jahr in Berlin zur "Loveparade" um sich mit Drogen vollzupumpen und im Rausch der Gefühle auf einer offenen Wiese zu poppen. Anschließend pinkeln sie auf das Gelände, auf dem normalerweise Kinder spielen. So lassen sie die "Sau raus" und erfreuen sich an ihren Trieben, ohne an die Konsequenzen ihres Handelns zu denken. Unzählige Menschen vertragen diese Drogen nicht und fallen um. Ein paar sterben, andere überleben es und wachen im Krankenhaus wieder auf, aber was macht das schon? Hauptsache man hat Spaß dabei. In diesem Jahr gab es nun keine "Loveparade" und die Party des Hedonismus wurde in Diskotheken gefeiert. Wurden die "Raver" in ihrer Freiheit eingeschränkt oder genießen sie eben jene, ohne die Parade der Liebe?
Siegmund Freud weiß antwort. Der berühmte Psychologe meint, dass das eigene Ich unter ständigen Druck steht, eingekreist von Zwängen, die stets an ihm drücken und ihn erdrücken. Die Zwänge sind hierbei die Triebe des Menschen, als auch die übergestellten Menschen, wie zum Beispiel die Eltern, Lehrer oder auch die Vorgesetzten, welche einem stets vorschreiben, was man zu tun hat und wie man sich verhalten soll. Die Triebe steuern den Menschen, jeder ist ihnen ausgeliefert. Man ist deshalb determiniert in seinem eigenem Leben, Sklave seiner Herren und Gefangener seiner Triebe.
Der Hedonismus bei der "Loveparade" ist also kein freier Wille, es herrscht Gruppenzwang, welcher ausschlaggebend ist für den Drogenkonsum. Für die zügellosen Sexspiele ist der Sexualtrieb verantwortlich, laut Freud. Auch der Philosoph Hobbes dachte so und schrieb, dass der Mensch wie ein Wolf sei. Ist er hungrig, dann reißt er Schafe, da dies seine Triebe ihm vorschreiben. Also ist man im Grunde nicht am Leben, sondern denkt es nur?
An dieser Stelle würde nun Imanuel Kant laut aufschreien, mit einem STOP-Schild in der Hand. Er meint, dass der Mensch zwar gebunden ist an Gesetze, wie zum Beispiel den Naturgesetzen, aber dennoch sehr wohl entscheiden kann, was er tun will und was nicht. Man müsse also erst gar nicht zur "Loveparade" gehen und könne so sowohl dem Gruppenzwang, als auch seinen eigenen Trieben in gewisser Weise aus dem Weg gehen. Das versteht man auch unter der WILLKÜRFREIHEIT. Man hat die FREIE WAHL zu entscheiden, ohne Zwänge und ohne ein Muss kann man darüber nachdenken, ob man nun zu der "Loveparade" fahren möchte oder nicht. Geht man allerdings doch zu "Loveparade", dann verzichtet man somit auf seine HANDLUNGSFREIHEIT, denn die FREIE ENTFALTUNG und die Möglichkeit, sich so zu bewegen wie man will, hat man nicht mehr, wenn sich zwanzig Leute um einen herum Ecstasy reinziehen und mit diesen Tabletten vor einem selbst herumwedeln. Somit ist man also nur frei, wenn man selber Zwänge in Kauf nimmt und, wie in diesem Falle, auf eine Teilnahme bei der "Loveparade" verzichtet.
In dem Fall "Loveparade" kann man noch entscheiden, was ist aber, wenn man in eine Situation gerät, in der man nicht entscheiden kann? Ein Beispiel hierfür brachte der Gesellschaftskritiker Theodor Fontane im Jahre 1896 heraus, in seinem Buch "Effi Briest". In diesem Roman schildert Fontane, wie die Ehe zwischen Frau Briest und Herrn Innstetten anfängt und endet. Diese Ehe findet ihr Ende mit dem Seitensprung von Effi Briest, da Herr Innstetten verpflichtet war zu handeln. Innstetten liebte seine Frau, aber die Zwänge der Gesellschaft brachten ihn dazu, den Liebhaber von Effi niederzuschießen und sich von Effi scheiden zu lassen. So hatte Innstetten nicht wirklich eine Wahl, denn für ein anderes Handeln wäre er von der damaligen Gesellschaft bestraft worden. Nun kann man sicher sagen "Ja, schön und gut, aber es ist nur ein Buch!", doch da würde man sich irren, da Fontanes Werk auf eine wahre Begebenheit beruht. Es gibt also Situationen, in denen wir keine Freieit mehr besitzen, in denen unser Denken und unser Handeln von den Zwängen bestimmt werden und wo wir miter-leben, aber nicht selber leben.
Einige Menschen haben Angst vor genau dem. Sie sehen, wie Jahre vergehen, sie aber nur arbeiten und ihr Leben verschlafen - der absolute Apltraum. So suchen immer mehr Menschen einen eigenen Sinn für ihre Existenz und wollen Spaß. Deswegen erscheinen in immer mehr Frauenzeitschriften Artikel, in den Menschen sich über materialistisches Denken einen Tunnel zur "Freiheit" bauen. In allen Artikeln steht das selbe: "Ich will Spaß", "man lebt nur einmal" oder auch "Geld bringt Freiheit". Diese Menschen denken, dass ein Urlaub auf den karibischen Inseln machen zu können, Freiheit bedeutet. Frei sein soll auch sein, wenn sie sich kaufen können, was sie wollen, doch ist das wirklich frei? Angenommen, es würde keiner auf die karibischen Inseln Urlaub machen wollen, würde die Person trotzdem dorthin fliegen? Wohl eher nicht, denn man kann nichts begehren, von dem man nichts weiß. Geht man mit einem Kind einkaufen, dann ist dieses, verhältnismäßig, ruhig. Aber sobald das Kind etwas sieht, was es haben möchte, beginnt es instinktiv danach zu betteln und zu schreien. Das Wissen also, dass es etwas gibt, was man begehrt, ist der Ursprung unseres Willens. So will die Person auch nur auf die karibischen Inseln, weil andere damit Spaß haben und nicht um Freiheit zu genießen. Ein Zwang, versteckt in unseren Willen.
Zusammenfassend wurden also drei Beispiele genannt, wo man, mehr oder weniger, nicht mehr frei handeln konnte. Einmal sind es die Jugendlichen, welche zur "Loveparade" fahren um Hedonismus zu zelebrieren. Wenn ich daran denke, dann stell ich mir einen zwölf-jährigen Jungen auf einem Skateboard vor, mit einer Flagge in der Hand, auf der steht: "Freiheit". Diese Leute verstehen unter dem Begriff "Freiheit" nur Spaß und Party. Sie verwechseln also Freiheit mit einer Art Anarchie.
Zum anderen, war es dann eine Person, die Freiheit zu sehen meint, wenn sie in den Urlaub fährt oder einfach etwas tut, was ganz und gar nicht mit ihrem Job zusammenhängt. Freiheit wäre dann also, wenn sie tun kann, was sie will und was nichts mit ihrem alltäglichen Leben zu tun hat. Freiheit ist dann also auch, sich auszuziehen und nackt auf einem Baum zu stehen. Wäre zwar eine lustige Karikatur, aber ist keineswegs eine Begriffserklärung und hängt am falschen Haken.
An Theodor Fontanes Beispiel mit Innstetten sah man, dass die Zwänge der Gesellschaft sein eigenes Individuum so stark unterdrückt haben, dass er keine Chance zur freien Entscheidung hatte und auch sein eigenes Selbst, sein Ich leben lassen konnte. Es war nicht er, der lebte, sondern es waren die gesellschaftlichen Gesetze, die für ihn lebten und alles bestimmten. Er war nur ein Zuschauer im Kino und sah den Film "Mein Leben".
An keiner diesen drei Beispielen kann man die Freiheit erkennen, denn überall wird das Individuum unterdrückt und das Leben wird über Jahre hinweg von Trieben und Zwängen geführt, geführt durch das eigene Leben. Freiheit heißt Selbstbestimmung, Freiheit heißt, zu sich selbst zu finden und das Ego ( lateinisch für "Ich" ) zu entwickeln. Ein Ego, welches von gesellschaftliche Normen geformt ist, welches sich durch Spaß oder Lust definiert oder erst auftritt, indem man sich materielle Dinge aneignen kann, das ist kein Ego, das ist keine Freiheit, sondern nur eine periodisch unterdrückte Qual, welche präsent ist, um sich vor einer Resignierung seiner selbst zu schützen. Der Gedanke, etwas haben zu müssen, ist schon ein Symptom für den Drang, sein unterdrücktes Ego kompensieren zu müssen, indem man sich selber eine kurzzeitige Freude macht.
Wenn ich heut ein die Welt hinausblicke, dann sehe ich keine Freiheit, kein sich selbst entwickeltes Ego, sondern nur eine Gesellschaft von Gefangenen, die sich durch ihre überlieferten Ansichten und Normen den Weg in die Freiheit selber verbauen. Schüler, welche ihr Leben lang nur am Schreibtisch sitzen und lernen, was andere gesagt haben, die wissen zwar viel über das Leben und seine Eigenarten, aber wissen nichts über sich. Hingegen werden "Ausreißer", die versuchen frei zu werden und sich selbst zu finden, von der Gesellschaft ausgestoßen und verachtet, da sie anders sind.
Es läuft alles wie ein Programm, welches auf der Festplatte gespeichert ist, das eine Programm läuft besser und hat mehr Möglichkeiten sein eigenes Verwesen zu verschönern, das andere Programm läuft schlechter und besitzt weniger Möglichkeiten. Und irgendwann drückt jemand mit mehr Möglichkeiten auf den "roten Knopf" und das System stürzt ab. Das wäre dann der "atomare Holocaust". Natürlich ist das eine klare Übertreibung, aber welche Chancen haben wir schon, aus der Festplatte heraus zu kommen?
Sentenced
ts wie lächerlich... jetzt hab ich heute in philosophie für ein portfolio 0 punkte bekommen, weil 2 oder 3 beiträge angeblich aus dem internet kopiert wurden Öö...
ist ja absolut affig... man darf nun nichtmal mehr eigenes gedankengut, was im internet veröffentlich ist (verständlicherweise entweder anonym oder mit nickname), verwenden...
ich glaub es hackt...
damit wären wir auch wieder beim thema... anarchie oder gefängnis?
dann wohl eher letzteres..