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Dark Angel (Story)

Bear
Ich will dann auch mal ne Fortsetzungsgeschichte starten. Ich schreibe ja auch so schon an einer längeren Geschichte, aber mal so hier im Forum ne Story Stück für Stück zu entwickeln von der ich nur ganz grobe Ideen hab find ich mal ne Herausforderung.

Den ersten Teil hab ich eben geschrieben, mal sehen was ihr dazu so sagt während ich das WE über in Hildesheim zum Abschluss MA Markt der Saison bin. ^_^

Bear
Bear
Die Straßen der nächtlichen Stadt waren fast leer unter ihm. Die meisten Handwerker waren erschöpft von ihrem Tageswerk und wieder in ihre Häuser zurückgekehrt. Nur wenige vereinzelte Menschen liefen noch durch die Stadt, sie kamen aus der Taverne, oder machten sich auf dem Weg dorthin. Die Fenster der Häuser flackerten im Licht der Fackeln, Kerzen und Kamine, tauchten die Straßen in ein orange-rotes Lichterspiel und erhellten sie schwach. Sein Blick schweifte weiter. Auf den Stadtmauern, die die Stadt umschlossen wie ein schützender Ring aus Stein waren vereinzelt die Schatten von Gardisten zu sehen, die ihre Rundgänge machten. Der Himmel über ihm war sternenklar und die frische Nachtluft stieg in seine Nase. Er sog sie tief ein und strich sich einige Haare aus dem Gesicht. Er wusste, dass die Menschen ihn übersehen würden, oder ignorieren, so wie sie alles nicht wahrnahmen, was sie nicht wahrnehmen wollten, weil es Fragen aufwerfen würde, oder ihre Gewohnheiten übersteigen würde. Dinge, die die Menschen für unmöglich hielten wurden nicht wahrgenommen. Das hatte er schnell festgestellt.
Vor einiger Zeit war er auf einer Lichtung in einem Wäödchen unweit dieser Stadt aufgewacht, ohne Erinnerung wer er war, was er dort machte oder was davor passiert war, aber er merkte schnell, dass er anders war als die Menschen hier und ebenso, dass sie entweder das was ihn unterschied einfach übersahen, oder ihn erst gar nicht wahrnahmen als wäre er gar nicht dort. Und er merkte ebenso schnell, dass er der einzige seiner Art zu sein schien. Er hatte keinen anderen wie sich selber gesehen. Er blickte zu seinem Rücken, wo zwei große schwarze Schwingen aus seiner Kleidung rausragten. Die schwarzen Federn legten sich eng aneinander und wenn er sie anlegte bildeten die Schwingen je einen Bogen über seinen Schultern. Zunächst hatte er Schwierigkeiten mit ihnen umzugehen, doch inzwischen hatte er gelernt sie zu entfalten und zu fliegen. Seine Kleidung war aus schwarzen Stoffen gefertigt. Ein schwarzes Hemd und eine schwarze Hose, wie auch seine Stiefel schwarz waren. Er trug diese Kleidung schon als er erwachte. Dafür war seine Haut recht hell.
Selbst jene Menschen die ihn wahrnahmen schienen seine Schwingen zu übersehen und mit ihm zu reden, wie mit jedem anderem Menschen, jedoch schienen sie wie auch er zu spüren, dass er anders war. Er gehörte nicht dazu, dieses Gefühl verfolgte ihn unter den Menschen, er gehörte nicht hierher. Doch wohin gehörte er? Diese Frage konnte er sich nicht beantworten. Wenn er der einzige seiner Art war, hatte er überhaupt einen Platz in dieserWelt? Eine weitere Frage, die ihn bewegte, seit er feststellte nicht wie die anderen zu sein. Für ihn machte es im Moment keinen Unterschied, er war hier in dieser Stadt und musste mehr herausfinden, wer er war, woher er kam und was er hier sollte und auch ob es noch andere wie ihn gab.
Er hockte auf dem Dach der Kirche, die am Marktplatz in der Mitte der Stadt stand. Mit einer Hand stützt er sich auf dem abfallendem Dach ab und hielt sich mit der anderen an der Runden außenmauer des Glockenturms fest. Er mochte diesen Ort, denn hier war er wirklich alleine, nicht alleine unter den Menschen dort unten. Hierher kam nur er und einige Vögel, aber kein Mensch. Ein schwarzer Schatten in der schwarzen Nacht, den die Menschen dort nicht mal sahen, selbst wenn sie hinschauten... Es kann nicht sein, was nicht sein darf... Und hier oben darf keiner sein, denn es kann hier niemand sein, da hierher niemand hochkommen könnte. Ihm kam diese Ansicht, dieses Ausblenden von Dingen die einem direkt vor Augen waren für naiv, doch wusste er genauso dass er leicht so denken konnte, er war davon betroffen, er war das was ausgeblendet und übersehen wurde, das Reale dass von der Realität der Menschen nicht oder nur halb aktzeptiert wurde.
Er stand auf und schaute sich noch ein mal um, lies seinen Blick über die Stadtmauern hinweg wandern. Eine kleine Straße führte zum Stadttor, dass nun geschlossen war, links daneben Wiesen und einige Felder auf denen die Bauern bald die Ernte einholen mussten. Ein Stück weiter sah er den Fluss der die Felder bewässerte und die Mühle. Auf der anderen Seite sah er das Wäldchen in dem er erwacht war. Die Lichtung lag fast in der Mitte des Waldes und war von hier aus nicht zu sehen, aber dennoch wusste er genau wo sie war. Der Ort seines Erwachens, die Stelle die ihn ohne Erinnerung in sein jetziges Leben entließ in eine Welt, die ihn nicht so sah und nicht so aktzeptierte wie er war, eine Welt in die er nicht zu gehören schien. Als er an diese Lichtung dachte fragte er sich, ob er wohl schon immer so gewesen ist, anders gewesen ist oder ob dies mit seinem Erwachen kam, was vorher passiert war. Er stand lange still dar und blickte zum Wald während er seinen Gedanken vergebens nachging, nach Erinnerungen suchte. Erst als er die gleichen Gedanken zum vierten endlosen male verfolgte riss er sich wieder los und schüttelte das sinnlose Denken ab und blickte zum Himmel. Der Mond war voll und schien blass auf ihn hinab. Tief atmete er durch und schloss die Augen. Dies war sein Ort und schon oft stand er hier oben in seiner Abgeschiedenheit und jedes mal merkte er wann es Zeit war wieder hinabzusteigen, wenn er allein seinen Gedanken nachging und sich diese im Kreis drehten, wie auch jetzt. Ob er wollte oder nicht, ob er den Ausblick genoss oder nicht, ob die Menschen dort unten ihn haben wollten oder nicht, er wusste es wurde Zeit da er sich sonst wieder für Stunden in seinen Gedanken verlieren würde. Mit einigen Schritten balancierte er über das Kirchendach, bis er genug Platz hatte. Die schwarzen Schwingen breiteten sich aus und er blieb einige Momente so stehen, lies den leichten Spätsommerwind durch die Federn gleiten ehe er vom Dach absprang und hinabgleitete in die Nacht.