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Dreamwhile - Die schwarze Community



Heavenfire Corp.

Elaine St. Louis
Hi ihr,

also, Blade hat ja gemeint, ich sollte mal versuchen, eine meiner Geschichten zu posten. Und in die Rubrik "Philosophisches" wollte ich sie nun echt nicht setzen, hat nämlich nicht annähernd was mit Philosophie zu tun *gg*...

Ich schreibe zur Zeit an einer etwas längeren Geschichte (heißt wie das Thema), und würde, wenn ihr wollt, ein paar erste Absätze posten.

Also, wen's interessiert, sagt bescheid!

Greetz, Lanie
Uziel
Na dann mal los....


Lesen ist immer gut.


Uziel
Elaine St. Louis
Heavenfire Corp.
Die Auftragsgesellschaft der anderen Art
Verwaltung: David Borentaz

Als die in Holz gebrannte Aufschrift sich vor Elaines (*gg*) Augen auftat, hielt sie inne und musterte sie einige Herzschläge lang. Unter dem Schild konnte sie durch die Haustür aus grün-braunem, gewölbten Glas zwei männliche Silhouetten erkennen, die vor einem Schreibtisch standen und wild gestikulierten, und eine gedämpfte Frauenstimme hören, die offenbar von dahinter kam. Als jene verstummte, drehten die beiden Männer sich um und machten Anstalten das Gebäude zu verlassen, worauf Elaine einen Satz nach hinten machte und augenblicklich hinter der nächsten Hausecke verschwunden war. Unauffällig spitzte sie den zwei Gestalten hinterher - sie trugen beide lange, schwarze Ledermäntel, das ebenso dunkle Haar wehte im NAchtwind und die Stiefel gaben ein Geräusch von sich, welches Metall erzeugt, wenn es auf Kopfsteinpflaster aufschlägt.
Elaine grinste in sich hinein und sprach ein paar Worte auf ihr Diktiergerät.

to be continued...
^Blade^
go for Gold oder so .... dann bin ich mal gespannt wie es weitergeht
data-morgana
weiter klingt gut

cya
data
Donar
das einzige was mir daran bis jetzt nicht gefällt ist dieses "grinste", da driftet der absatz so in einen Forum post ab
Elaine St. Louis
Okay, dann mal weiter... danke für's Feedback.
@Donar: bei mir grinsen leider viele Leute!

"Was bildet sich der Kerl eigentlich ein?" Seiya war sichtlich außer sich: "Der mit seinem Schleimergrinsen (*gg* @Donar), 'Ja, Mr. Ko'Unar, und wir würden Ihre Kooperation sehr schätzen'. Bla - bla, und wozu brauchen sie mich? Für einen 'indiskreten aber nervenaufreibenden Job', den sie aber nicht erläutern wollen! Was soll ich denn davon halten?"
"Sei froh, dass du nicht einmal aus Spaß an der Freude ein paar Codes geknackt und ein paar Viren herumgeschickt hast." Tulio zog seinen Zopfgummi zurecht, während die beiden jungen Männer schnellen Fußes die spärlich beleuchtete Gasse entlang schritten, bloß schnell weg von dem seltsamen Sandsteingebäude, hinter welchem stehend Elaine sie beobachtet hatte: "Und dass sie dich jetzt nicht dazu überreden wollen, böse Dinge mit allen Rechnern dieser Welt anzustellen."
Seiya atmete laut aus: "Nein, so was gibt's doch nicht!"
"Überleg mal." Obwohl Tulio wusste, dass es ihm nicht recht gelang, versuchte er, ruhig auf seinen Freund einzureden: "Du bist Postbote, und wer weiß noch wie lange? Vielleicht kannst du ein paar 'indiskrete' Aufgaben für diesen Borentaz erfüllen, und kriegst ausreichend Kohle für dein dämliches Studium!"
"Jura ist nicht dämlich! Kann ich was dafür, dass du zu dämlich warst, etwas Ordentliches zu lernen?"
"Jetzt bleib mal locker."
Inzwischen waren die beiden um zahlreiche Ecken gebogen und standen nun vor Tulios schwarzem Renault, welcher noch von Regentropfen, die das gelbliche Licht der Straßenlaternen in sich brachen, bedeckt war.
"Steig ein, dann reden wir weiter."
Zu seiner eigenen Überraschung befolgte Seiya den angedeuteten Befehl ohne jegliche Widerrede und ließ sich aufs weiche graue Polster des Beifahrersitzes plumsen. Sein Freund bestieg den Wagen von der anderen Seite, führte den Schlüssel ein und startete den Motor innerhalb von zwei Sekunden. Gemächlich steuerte er das Gefährt aus seiner Parklücke und lenkte es mit geschmeidigen Bewegungen auf die Hauptstraße.
"So", fuhr er nach einer kurzen Gesprächspause fort und warf einen schnellen Blick zu Seiya, welcher nun entkräftet durch die Windschutzscheibe blickte, "Warum regst du dich eigentlich so auf? Du hast doch nicht etwa Schiss vor dem Kerl?"
"Schiss?", kam es von seinem Gesprächspartner zurück, "Naja, wie würdest du dir vorkommen, wenn mitten am angenehmen Abend eine Zombieähnliche Gestalt in deiner Wohnung auftaucht, dir einen komischen Brief in die Hand drückt und verschwindet?"
"Das brauchst du mich nicht fragen, mir ging es genauso", erwiderte Tulio ohne jede Emotion in der Stimme.
"Und du hast keinen Schiss gehabt?"
Der Fahrer überlegte kurz.
"Doch, also mulmig war mir schon zumute, das gebe ich zu."
"Na also." Seiya schien zufrieden, doch kaum war Ruhe eingekehrt, ergriff er sofort wieder das Wort: "Kommt dir dieser Borentaz nicht auch höchst suspekt vor? Ich meine, schau, wie der immer gegrinst hat! Hast du's gesehen? So listig, und... na... überlegen, ja, überlegen irgendwie. Wie so ein Mafiosi!"
"Mafioso", verbesserte Tulio tonlos.
"Ist doch scheißegal! Jedenfalls, hast du dem sein dämliches Grinsen gesehen, ja? Also ich frag mich echt, was der sich eigentlich..."
Vom Wortschwall seines Freundes erzeugt, bildete sich langsam eine unsichtbare, schalldämpfende Mauer um Tulios Kopf. Inzwischen hatte er aufgehört zu nicken und mit einem "Hmm" seinem Gesprächspartner zuzustimmen, sondern vergnügte sich lieber im Stillen damit, dass er Seiya mit allen hysterischen Weibern verglich, die er in seinem Dasein als Pizzeria-Kellner jemals kennengelernt hatte. Es waren viele.
Jeder mit seinen Emotionen beschäftigt, bemerkten die beiden Männer nicht, wie zwei kleine Gestalten direkt vor ihrer Nase die Straße überquerten.
"Jedenfalls bezweifle ich, nein, eigentlich weiß ich ganz sicher, dass ich mit diesen Leuten niemals kooperieren werde, die waren mir doch einen Tick zu - OH GOTT BREEEMS!!!"
Reifenquietschen und zunächst vier irritierte Gesichter.
Auf die Schnelle hatte der Fahrer die beiden Passanten auf nicht älter als 15 Jahre geschätzt.
Endlich aus ihrer Starre gelöst, flitzten die Kinder auf die andere Seite und entfernten sich fast schon fluchtartig.
Tulio und Seiya atmeten auf, worauf der Fahrer dem Drang nicht widerstehen konnte, seinen Kopf aus dem Fenster zu stecken: "Jetzt ist aber langsam Zeit fürs Bett!" Darauf ließ er sich zurück in seinen Sessel fallen, und mit einem durch die Zähne gepressten "SCHEIßKINDER" drückte der aufgebrachte Spanier das Gaspedal durch.

...War diesmal etwas länger, sorry
Elaine St. Louis
Ich schreib einfach mal weiter, wo ich gerade mal Zeit habe...

Die Dunkelheit hatte sich gerade auf Dimstone County niedergelegt und es hatte aufgehört zu regnen, als Charles und Jessica ihr schattiges Versteck verließen und mit Blicken in alle Richtungen die Hauptstraße überquerten. Noch einige Schritte - und schon standen sie vor Michael's HiFi Store, dem einzigen kleinen Elektronikgeschäft der Stadt. Es hatte bereits geschlossen, und unter der Eingangstür prangte ein Aufkleber mit der Aufschrift "Supported By WDC".
"Perfekt", entglitt es Jessie, "Keiner da!"
"Bist du bereit?", fragte Charlie, während er aus seiner Tasche einen Schlüsselbund und einen Dietrich zog.
Jessica nickte. Sie stellte sich mitten auf die Gasse vor dem Ladenseingang und ließ ihren Blick nach rechts und links abwechselnd schweifen. Niemalnd war zu sehen.
Währenddessen probierte Charles mit flinken Bewegungen der Finger alle Schlüssel, die er bei sich trug, an dem Schloss aus. Als keiner passte, sah er sich gezwungen, den Dietrich zur Hilfe zu ziehen.
"Mach schneller!", fauchte das Mädchen, während sie weiterhin mit scharfem Auge die Gegend "scannte".
Was tat sie hier eigentlich? Sie stand mitten in der Nacht in irgendeiner Gasse, um einem Schnösel aus der gegenüberliegenden Bonzenschule bei einem Ladeneinbruch zu helfen... bloß wegen einer hirnrissigen Wette musste die 15 - jährige Afro - Amerikanerin Kopf und Kragen riskieren, weil die ja ach so coolen Rocker aus der St. Johnson High ihr nicht abgekauft hatten, dass sie sich so etwas trauen würde...
Somit verkörperte sie hier und jetzt die Präsenz der Emerson High, ihrer Schule, bei dieser blöden Wette... und warum, verdammt nochmal, war Charles so lahmarschig? Jessica konnte sich dafür erschlagen, dass sie vor einigen Tagen aus Wut "ja" zu dem dämlichen Einsatz gesagt hatte.
Gerade als sie sich bei den letzten Gedanken ertappte, unterbrach ihr "Partner" sie in ihrem Nachsinnen:
"Okay, sie ist offen!"
Nach einigen letzten flüchtigen Blicken über die Schulter stand Jess auch schon neben Charlie beim Eingang.
"Und du bist sichergegangen, dass der Laden nicht videoüberwacht wird?", fragte er misstrauisch.
"Ja, Mann." Mit einer lässigen Handbewegung schlug sie die Tür auf, und gerade als ihr Gegenüber dazu etwas vehement erwidern wollte, gab sie ihm mit einem überlegenen Lächeln "Die haben nicht mal eine Alarmanlage" zu verstehen.
Erleichtert ließ der Junge die Schultern sinken: "Dann mal los. Und sieh zu, dass du die Tür schließt. Keiner darf uns sehen."
Gesagt - getan. Keine Minute später schlichen die beiden Kids auf Zehenspitzen zwischen den Regalen des Geschäftes durch zum Schaufenster.
"Halt Ausschau!", mahnte Charlie seine mehr oder weniger unfreiwillige Gefährtin, während er mit seinen behandschuhten Fingern den Scartanschluss eines hochmodernen DVD - Players umfasste.
"Ja, Mann, mach ich, jetzt stress mich nicht!" Jessica war beinahe am Ende ihrer Geduld.
Es musste schnell gehen, das war Charlie klar, aber er konnte sich die Kommentare einfach nicht verkneifen: "Willst du jetzt eigentlich den schwarzen oder den silbernen?"
Als seine Begleitung ihn mit einem nervösen, tadelnden Blick bedachte, räumte er ein: "Ist ja gut, ist ja gut." Und entschied sich kurzerhand für den silbernen DVD - Player. Langsam und möglichst ohne mit irgendwelchen Fremdkörpern in Berührung zu kommen trennte er das Scartkabel vom daneben stehenden Fernsehgerät und wickelte es um den Player, so wie das dazugehörige Netzkabel.
Jessica hatte ihren Blick währenddessen von der Straße abgewendet und beäugte sehnsüchtig eine schwarze Play Station 2 - Konsole, welche eines der weißen Wandregale zierte.
Als ein Aufschrei von ihr Charles zusammenfahren ließ, realisierte er erst nach Bruchteilen von Sekunden, warum beide Schüler plötzlich bäuchlings auf dem grauen Linoleumboden lagen. Das Licht zweier Autoscheinwerfer machte sich seinen Weg durch den kleinen Raum des Ladens.
Charlie sah zu Jessie mit einem fragenden Stirnrunzeln.
"Bullen", formten ihre Lippen.
Einige Herzschläge lang blieben die Teenies noch liegen, bis das verräterische Geräusch eines laufenden Motors allmählich verstummt war.
Daraufhin warf der Junge einen Blick aufs Fensterbrett aus beigem Kunstmarmor, auf dem das Objekt seiner Begierde knapp auf der Kippe stand. Deshalb umfasste er das Prachtstück von DVD - Player mit einem schnellen, festen Griff und hob ihn sich unter den Arm: "Komm, lass uns abhauen!"
Nach einem versichernden Blick gen Jess machte er sich schleunigst auf zum Ausgang. Diese zögerte einen Moment, bis sie sich schließlich doch dazu überwand, die Konsole in ihrer Verpackung an sich zu reißen und sie unter ihrer Jacke zu verstauen. Schließlich sollte sie ja nicht leer ausgehen. Ohne weitere Worte verließen die Kids mit großen Schritten den Laden, höchst erfreut über ihre glänzende Beute.
"Du Cheater!", grinste Charlie, als sie sich schließlich in sicherer Entfernung befanden, und er Jessies PS 2 - Box erspäht hatte, "Lässt einfach eine PS 2 mitgehen!"
"Du Poser", entgegnete Jessie ebenso lächelnd, "Ich hau doch nicht mit leeren Händen wieder ab, wenn du da mit einem DX - 751 rausstolzierst!"
Plötzlich mussten beide lachen. Erleichtert darüber, dass der kleine Überfall so reibungslos verlaufen war, fühlten sie, wie ihnen ein Stein vom Herzen sank.
Ihr Weg führte die zwei Kleinkriminellen durch die Altstadt. Durch kleine Gässchen und von Schatten zu Schatten flitzend machten sie sich ihren Weg, leise und unbemerkt, bis eine etwas breitere Straße sich vor ihnen auftat. Dass sie zu dieser nächtlichen Stunde noch befahren wurde, zogen die Kids nicht in Betracht. Und so wäre ein schwarzer, glänzender Renault beinahe über sie hinweggerauscht, hätte Charlie Jessie nicht im letzten Moment nach hinten gezogen, und der schwarzhaarige, etwas grimmig guckende Fahrer nicht so tief in die Bremse gestiegen, als dass er fast den Teer mit seinen Stiefeln berührt hätte.
Uziel
Liest sich ja immer besser.

Respekt !!!


Mehr davon,


Uziel
Elaine St. Louis
Die Kids hielten inne, Charlie seine Hand immer noch an Jessies Ärmel. Bruchteile von Sekunden dauerte es, bis er sie weiterzog.
"Oh Mann, ich leide schon unter Verfolgungswahn!", brachte Jessica keuchend hervor, als sie Charles, der hinter dem nächstbesten Gebäude verschwunden war, endlich erreicht hatte, "Ach ja: Danke."
"Danke? Wofür?", keuchte Charlie zurück.
Eine Sekunde lang verharrte das Mädchen und starrte sein Gegenüber verwundert an.
"Für nichts, du Volltrottel", murmelte sie schließlich entnervt, "Normalerweise vergesse ich es nicht gleich wieder, wenn ich einem Menschen das Leben rette."
Der Angesprochene lehnte sich mit dem Rücken gegen die kalte Wand und atmete geräuschvoll aus: "Normalerweise finde ich, dass es selbstverständlich ist, einem Menschen das Leben zu retten, wenn man es kann. Und für Selbstverständliches erwartet man keinen Dank." Mit diesen Worten griff der Junge in die Tasche und zückte eine Schachtel Zigaretten. Er zündete sich einen Glimmstengel an, und streckte das Päckchen auch Jessica hin. Diese nahm dankbar an und lehnte sich neben ihn. Und entspanntes Schweigen folgte auf diese Handlung.
nightBit
Hast Du die Geschichte schon fertig?
Elaine St. Louis
Erstmal großes Dankeschön an Uziel, du motivierst mich!

Nee, ich bin noch nicht fertig, und es dauert wahrscheinlich noch eine Weile. Wenn ich zu viel poste, sagt's nur, und ich stell es ein.
nightBit
Zitat:
Wenn ich zu viel poste, sagt's nur, und ich stell es ein.

Nein nein, dass wollte ich nicht damit sagen. Ich habe angefangen, Deine Geschichte zu lesen und freue mich auf den Fortgang. Allerdings ist mein Monitor keiner der Jüngsten und das Lesen längerer Texte stellt eine gewisse Schwierigkeit dar. Ich hätte Dich dann gebeten, mir die Geschichte via e-mail zukommen zu lassen.

Mach bitte ruhig weiter...
Major Toht
Zitat:
Original von Elaine St. Louis
Wenn ich zu viel poste, sagt's nur, und ich stell es ein.


Im Gegenteil! Es macht Spaß, die Geschichte zu lesen, und ich bin gespannt, wie's weitergeht...

Keep on going!
Elaine St. Louis
Jessica atmete den Rauch genüsslich ein. Jetzt hatten sie es geschafft. In Sicherheit, die stumpfsinnige Wette so gut wie gewonnen, und auch noch eine niegelnagelneue Play Station in der Tasche. Welch ein erfolgreicher Abend... Die Snobs von der St. Johnson High würden Augen machen! Und jetzt konnten sie auch noch ungesehen und ungestört rauchen...
"Euch ist schon klar, dass in den Vereinigten Staaten von Amerika Leuten unter 21 Jahren das Rauchen untersagt ist, oder?"
... Denkste.
Vor ihrem inneren Auge sah Jessie das übermütige Gefühl des Erfolges, welches sich innerhalb der letzten Stunde in ihr aufgebaut hatte, zerbersten und in sich zusammenfallen. Was war denn das für eine neue Überraschung?! Eine fremde Frauenstimme ließ sie hochfahren, von der Wand zurückschrecken und die Köpfe nach oben recken, in die Richtung, aus der sie erklungen war. Oben, auf der ... Hauswand. Eine gekrümmte Gestalt machte einen Satz nach vorn, indem sie sich von der Wand abstieß, und landete knapp vor den Nasen der Kids wie eine Katze auf beiden Füßen auf dem Boden. Erst jetzt zeigten sich den zwei geschockten Augenpaaren weibliche Formen, gehüllt in einen schwarzen Umhang, Schultern und Kopf von einer Kaputze bedeckt.
"Du lieber Gott, wer sind Sie denn?", brachte Charlie unter Mühen hervor.
"Nennt mich Mania", antwortete die seltsame Frau, und erst jetzt realisierten die beiden Schüler, dass ihre Stimme trotz ihres etwas furchteinflößenden Aussehens jung, sanft und freundlich klang. Ihre Spannung löste sich ein wenig. Mit einem geübten Griff hielt Mania zwei kleine identische Kärtchen in die Höhe: "Wir wissen einige Sachen über euch. Ihr heißt Jessica Jones und Charles Scully. Ihr geht auf die Emerson High und die St. Johnson High... Noch."
Bei der letzten Bemerkung mussten di beiden Jugendlichen nur noch mehr stutzen.
"Ihr werdet untertauchen müssen", fuhr Mania unterdessen unbeirrt fort, "wenn ihr nicht für Ladeneinbruch, Diebstahl und Rauchen in der Öffentlichkeit in Jugendhaft kommen wollt."
Was bildete sich diese Gestalt denn überhaupt ein?
"Ist das eine Art Erpressungsversuch?" Das unangenehme Gefühl der Gefahr stieg in Jessica allmählich wieder hoch: "Arbeiten Sie für die Bullen?"
Ihr Gegenüber schmunzelte nur: "Für so etwas in der Art." Dann wechselte ihr Tonfall auf einen etwas mehr geschäftlicheren: "Aber keine Sorge, meinetwegen dürft ihr die Geräte behalten, ist mir egal, was damit passiert. Und die Polizei wird auch nichts von mir erfahren. Ich will nur, dass ihr euch diesen Freitag hier meldet." Mit diesen Worten drückte sie den Teenies jeweils ein Kärtchen in die Hand: "Eure 'Arbeit' heute Nacht wurde von vertrauenswürdigen Personen registriert. Und hoch geschätzt. Ihr solltet mal ein Wörtchen mit meinem Vorgesetzten plaudern." Damit schloss sie ab und wandte sich zum Gehen.
"Halt, Moment mal!" Durch einen gedämpften Ruf konnte Charles sie noch für wenige Augenblicke verweilen lassen: "Ihr Vorgesetzter ist ein Krimineller, oder?"
Ohne sich dem Sprechenden zuzuwenden, schwieg Mania zunächst.
"Wir sehen uns am Freitag", waren ihre letzten Worte, bevor sie nach wenigen Schritten wieder mit den Schatten verschwomm und aus dem Blickfeld der Kinder verschwand.
Erst jetzt hielten die beiden Zurückgelassenen es für angebracht, sich die Kärtchen mal genauer anzusehen, die sie von der suspekten Fremden erhalten hatten.
"Unsere Eltern haben schon Recht." Charlies Stimme klang tonlos.
"Fragend hob Jess eine Augenbraue: "Was?"
"Indem sie sagten, dass wir nicht mit Fremden sprechen dürfen", erläuterte ihr Kumpane mit einem unsicheren Grinsen gen der Visitenkarte.
Jessica musterte sie, und ihr Gesichtsausdruck wechselte von nichtsverstehend auf verstört.
Elaine St. Louis
Freut mich sehr, dass es euch gefällt! *verlegen grins*
Ich schreibe daran in jeder freien Minute, und so etwas hatte ich echt schon lange nicht mehr, dass mir zu einem Thema so viel eingefallen ist (HFC hat inzwiscchen fast 22 DIN A 4 - Seiten und ist noch lang nicht fertig)!
Vor allem, wenn man es mit den anderen Geschichten vergleicht, die ich mal angefangen habe und dann hingeschmissen habe (es dürften 9 an der Zahl sein )...
Naja, durch euch krieg ich wenigstens Motivation!

Danke nochmal, jetzt is aber genug für heut! *g*
Elaine St. Louis
"...Und das nächste Mal befördern Sie ihren hübschen Hintern gefälligst pünktlich hierher, ist das klar?! Und wehe Ihnen, wenn ich Sie auch nur eine halbe Minute zu spät hier antreffe! Dann aber guten Flug!"
Unter dem tosenden Gebrülle ihres Chefs wurde Samantha immer kleiner. Aber nicht aus Respekt oder Ehrfurcht, sondern weil sie sich bald nicht mehr halten können und wie ein Raubtier auf ihn losgehen würde, wenn er sich nicht augenblicklich verzöge.
"Sie arbeiten schließlich hier im Mall, vergessen Sie das nicht! Wir können uns keine unzuverlässigen Mitarbeiter leisten! Ist - das - klar?!"
"Ja", brachte sie zähneknirschend hervor. Zu seinem Glück waren dies seine letzten Worte für diesen Tag, und mit ihnen ließ er seine Angestellte stehen und verschwand grummelnd in seinem Büro.
Diese wandte sich derweil, langsam vor sich her brodelnd, einem Regal zu. Zischend fluchte sie auf, als die Kiste mit Maiskonserven, die doch einen Tick zu groß für sie war, beschloss, sich selbstständig zu machen und ihren Inhalt scheppernd und rollend auf dem Boden verteilte. Wütend und entnervt schmiss Samantha auch den leeren Pappkarton gegen das hohe Konservenregal. Diese kleine Genugtuung hatte sie bitter nötig, bevor sie sich bückte, um die überall herumrollenden Dosen wieder aufzuheben. Doch als sie entrüstet schnelle Schritte in ihre Richtung vernahm, verharrte sie und starrte angespannt auf den Boden. Der Kerl wagte es tatsächlich, sie nocheinmal aufzusuchen...
"Was - ist - denn - jetzt - schon - wieder?", brachte sie hervor, jedes Wort einzeln betonend.
"Das nenne ich aber eine nette Begrüßung!"
Die Stimme erkannte Sam sofort. Sie hob den Kopf, und augenblicklich zierte es ein herzliches, erleichtertes Schmunzeln: "Moe!" Innerhalb weniger Sekunden war sie auch schon wieder aufgesprungen und hatte sich den Staub von der schwarzen Schlaghose und der grün-weißen Uniformtunika geklopft, bevor sie ihre Freundin stürmisch in die Arme schloss.
"Tut mir Leid, dass ich dich bei der Arbeit störe", rechtfertigte diese sich höflich, "Wir haben uns nur so lang nicht gesehen..."
Als die beiden jungen Frauen sich voneinender gelöst hatten, kniete Monica sich neben Sam und half ihr beim Dosenaufsammeln: "Wie geht's dir denn?"
"Toll!" Die Stimme der Angestellten triefte vor Sarkasmus: "Ich habe ja sooo viel Zeit für Freunde, für Familie, für mich, mein Bruder ist ein Engel, und hiermit habe ich den besten Job der Welt! ... Nee, Quatsch. Man lebt, und eigentlich kann ich mich ja nicht wirklich beklagen."
"Also läuft der Job nicht so toll?", stellte Monica vielmehr fest, als dass sie fragte, während sie Sam die letzten zwei Büchsen reichte.
"Ich weiß nicht, was kürzer und schmerzloser ist: wenn Hoepher mich rausschmeißt, oder wenn ich selber kündige", merkte Samantha grimmig an, "Aber, Themawechsel: was machst du eigentlich zur Zeit?"
Und es machte sie ein wenig stutzig, als ihre Freundin nach Worten zu suchen schien: "Ich... ähm... nachdem ich das FBI ja offiziell verlassen habe, bin ich in eine Art... Unterabteilung davon gegangen."
"Also immer noch bei den Bullen, ja?"
"... So ähnlich." Monica lächelte.
Wären CHarlie und Jessica zu diesem Zeitpunkt ebenso im Mall gewesen, hätten sie das Lächeln erkannt.
data-morgana
mehr davon...nee im ernst: is klasse...macht einfach spaß zu lesen.

weiter so!

cya
data
Elaine St. Louis
Ich kann gar nicht aufhören, mich zu freuen! *gg*

Noch nie so viel Lob für ein Werk bekommen! *euch alle mal umarm*

Dann mal weiter:

"...Isn't something missing,
Isn't someone missing me...?"

Roxeanne verharrte vor dem Mikro, bis der Schall des letzten Akkords verflogen war.
"Okay, das reicht für heute, Jungs." Elegant schritt sie um den Ständer herum und hüpfte von der leichten Erhöhung, die sie und ihre Band "The Fading" "Bühne" nannten.
"Morgen wieder genauso?", fragte der Gitarrist, während er sein Instrument vom Verstärker trennte und es in seine Hülle packte, "Denkt daran, wir haben einen Auftritt."
"Scheiß doch auf den Auftritt", murmelte Roxy, derweil ebenso ihr Zeug zusammensuchend. Der Gitarrist hielt mitten in der Bewegung inne, ließ die Hülle mitsamt ihrem Inhalt langsam auf den Boden sinken und sah die Sängerin durchdringend an: "Komm schon, das 'Styletto' ist ein beliebter Schuppen, wozu machen wir uns dann den Stress?"
"Dir ist schon klar, dass wir höchstens um 11 dort sein könnten? Es wird erst spät dunkel im Sommer." Auch Roxeanne hatte für einen Moment aufgehört zu packen: "Und dann den ganzen Mist noch aufbauen..."
"Wir wollten doch schon immer mal vor Publikum spielen", klinkte sich der Drummer mal kurz ein, "Komm schon, Rox, das 'Styletto' macht doch erst gegen 10 auf!"
"Ja, heul nicht, hab ich eine Wahl?", kam es von der Solistin zurück, während sie sich zum Abschluss eine dünne Schicht schwarzen Lippenstifts überzog, "Jetzt hau ich jedenfalls ab. Ich hab Hunger."
Beim letzten Satz glitzerten die Augen der Frontfrau böse auf.
Mit einem knappen "bis morgen" verabschiedete sich die Band, und als erste und schnellen Schrittes verließ Roxy die geräumige, fackelbeleuchtete Gruft. Als sie die Stufen zum Ausgang erklommen hatte, wobei sie mit der Hand über die in die Wand gemauerten aufschriften fuhr, schob sie mit Leichtigkeit das schwere Steintor auf und trat hinaus auf den Friedhof.
Natürlich war es Nacht.
Die Nachricht vom "Styletto" - Team, dass "The Fading" bereits am Abend darauf in jenem Schuppen spielen sollten, hatte erheblich an Roxys Nerven gezerrt und sie beunruhigt. Sie war zwar mit sich und dem Rest ihrer Gothic -Rocker zufrieden, aber sie fühlte sich noch alles andere als kompetent für ein großes Publikum. Und jetzt sollten sie ein Konzert geben, in der meistbesuchtesten Kneipe der Stadt... Wie sollten sie denn in weniger als 24 Stunden eine gesamte Setlist einstudieren undbühnenreif machen, wenn sie ohnehin nur in der Nacht proben konnte..? Aber jetzt war ihre größte Sorge irgendwo ein Frühstück aufzutreiben, und so machte sich Roxeanne "Angel" Lee auf den Weg in das nächtliche Zentrum von Dimstone County. Es reichte, eine halbe Minute zu laufen, und schon tat sich vor Roxys Augen das Haupttor des St. Uziel Friedhofs (*gg*) auf - das schwarze, gerade Gitter trennte das düstere Gelände wie eine andere Welt von der restlichen Stadt, wobei die goldenen Aufsätze der schlanken Gitterstäbe das Mondlicht widerspiegelten.
Schritt für Schritt näherte Roxy sich jetzt schnell dem Ausgang, als das Tor sich plötzluch öffnete und ihr jemand kichernd und tuschelnd entgegen kam. Bevor der Schatten zu ihrer Obhut wurde, hatte die Sängein böse gegrinst. Na bitte, kaum sucht man eine Minute, läuft das Frühstück einem auch schon in die Arme... und auch noch so jung..!
Es waren zwei Mädchen, nicht älter als 17 Jahre. Auf unernste Weise flohen sie scheinbar vor jemandem, lachten und griffen sich an den Händen.
"Meinst du, die zwei folgen uns sogar bis hierher?", konnte Roxeanne die Blondine der beiden fragen hören.
"Nein, wer ist denn schon so verrückt, mitten in der Nacht auf den Friedhof zu gehen?", erwiderte die zweite, eine etwas dunklerhäutige Brünette, worauf die beiden Mädels in schallendem Gelächter ausbrachen.
"Ihr, ganz genau", dachte Roxy bei sich, "Es hat schon seinen Grund, warum man die Toten ruhen lassen sollte..!" Lautlos trat sie ins Mondlicht, auf den mit Kies ausgelegten Pfad, und folgte den "Eindringlingen" unbemerkt. Sie hatten ihr Auftauchen nicht registriert, und es war auch gut so. Denn Angel liebte es, wie eine Katze mit ihrer Beute zu spielen. Die absolute Macht zu haben, und es zu spüren.
Derweil waren die Mädchen unter eine mächtige Buche geflüchtet und ließen sich dort auf den taufeuchten Boden nieder.
Und hiermit sah Roxy ihre Chance gekommen. Noch hielt sie sich im Hintergrund und lauschte den Worten der beiden, die ihre letzten sein sollten. Es war lediglich eine Frage der Zeit, bis sie eingreifen würde.
"Oh nein, hoffentlich finden die uns hier nicht!", bat die dunklere von ihnen indirekt.
"Ach so ein Quatsch", erwiderte die Blondine, "Vielmehr sollten wir hoffen, dass nicht der Wärter kommt und uns verjagt."
"Nein, vielmehr solltet ihr hoffen und beten, dass euch niemand jagt."
Erschrocken sprangen die beiden Mädels wieder auf die Füße und kreischten auf.
data-morgana
@elaine: ist dir eigentlich bewusst, daß wir dich erst nach st. petersburg lassen, wenn du alles über heavenfire existierende material hier geposted hast...

cya
data